Sex kann Leben retten – zumindest bei Nachtfaltern. Das scharlachrote Bärenspinner-Männchen strickt seiner Auserwählten ein schützendes Hochzeitskleid der ganz besonderen Art: Es umgarnt das Weibchen mit Chitinfäden, die mit einem Chemikalien-Cocktail getränkt sind. Dieser Cocktail verdirbt den Fressfeinden der Bärenspinner gründlich den Appetit, berichtet das Hamburger Magazin “Geo” in seiner Juli-Ausgabe (S. 186). Radnetzspinnen sind mitunter derart angewidert, dass sie ins Netz gegangene Opfer sogar wieder aus den klebrigen Maschen befreien.
Kurz vor der Paarung feuert das Bärenspinner-Männchen bis zu drei Faden-Salven auf seine Partnerin ab, beobachteten Forscher der Wake Forrest Universität im US-Bundesstaat North Carolina. Die Fäden sind nach ihren Analysen mit einer Mixtur der beiden Naturstoffe Intermedin und Lycopsamin imprägniert.
Diese giftigen Alkaloide kann der Bärenspinner (Cosmosoma myrodora) allerdings nicht selbst herstellen. Das Männchen schlürft die Chemikalien stattdessen aus Pflanzen und speichert sie, ohne zu verdauen. Die Falter-Freier haben übrigens auch etwas vom Schutz der Weibchen: Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Nachkommen überleben.
dpa




