Französische Wissenschaftler haben einen Wirkstoff entwickelt, der allenfalls gezielt die Alzheimer Krankheit bekämpft könnte ohne andere neurologische Prozesse wesentlich zu beeinträchtigen. Jetzt soll die Substanz an Tieren erprobt werden.
Alzheimer entsteht, wenn Nervenzellen im Hirn durch bestimmte Eiweißklumpen aus sogenannten Amyloid-b-Proteine blockiert und zerstört werden. Die Patienten verlieren allmählich Gedächtnis und Lernfähigkeit. Das Enzym g-Secretase, das die Produktion der krankmachenden Amyloid-b-Proteine bewirkt, ist aber gleichzeitig wichtig für das Immunsystem des Menschen. Dieses Enzym zu bekämpfen hätte daher starke Nebenwirkungen.
Fréderic Checler vom Institut für Molekulare und Zelluläre Pharmakologie in Nizza und Jean-Louis Kraus von der Firma Trophos in Marseille entwickelten einen Wirkstoff, der die Produktion der krankheitsauslösenden Eiweiße hemmt, das Immunsystem aber nicht blockiert. Sie stellten fest, dass das Enzym g-secretase die Herstellung zweier Proteine, Presenilin 1 und 2, bewirkt, die dann weitere neurologische Prozesse in Gang setzen. Es gelang ihnen, innerhalb dieser molekularen Abläufe genau den Punkt herauszufinden, an dem sich der lebenswichtige Aufbau des Immunsystems von der krankheitsauslösenden Produktion der Amyloid-b-Proteine trennt. Die beiden Molekularbiologen entwickelten dabei nicht nur ein potentielles Medikament gegen Alzheimer, sondern leisteten auch einen wichtigen Beitrag zur neurologischen Grundlagenforschung.
Gabriele Dinkhauser





