Der weltweite Bestand an Seeottern erholt sich nur langsam, berichtet die Tageszeitung Die Welt. Nachdem Pelzjäger das marderähnliche Tier im 19. Jahrhundert beinahe ausgerottet hatten, wurden jetzt wieder 150.000 Exemplare gezählt. Begehrt waren die Pelze der Tiere wegen des dichten Unterfells: Ein Seeotter hat auf der gleichen Hautfläche zehn Mal so viel Haare wie ein Mensch.
Trotz vieler Schutzprogramme gehören die Seeotter immer noch zu den bedrohten Tierarten. Besonders schwierig war die Situation an der kalifornischen Küste: Dort hatten nur 50 Tiere überlebt, heute sind es wieder einige Tausend.
Wie wichtig die pelzigen Schwimmer für das ökologische Gleichgewicht der Küstenregionen sind, zeigte sich vor wenigen Jahren in Alaska. Dort war die Seeotterpopulation so stark geschrumpft, dass sich die Seeigel ungehindert vermehrten und massenhaft über die Tangwiesen herfielen. Das gesamte Ökosystem geriet aus den Fugen. Seeigel gehören zur Hauptnahrung der Seeotter. Bis zu sechs Kilogramm, das ist ein Viertel ihres eigenen Körpergewichts, fressen die Seeotter täglich, neben den Seeigeln auch Muscheln und Krabben.
Gabriele Dinkhauser





