Wissenschaftler in den USA haben ein organisches Molekül mit drei ungepaarten Elektronen hergestellt, deren Spin nicht in die gleiche Richtung zeigt. Dieser Verstoß gegen die bekannte, von dem deutschen Physiker Friedrich Hund aufgestellte Regel war bisher nur in Verbindungen von Übergangsmetallen beobachtet worden. Darüber berichtet die internationale Ausgabe des Fachmagazins Angewandte Chemie (Band 43 Seite 742).
Der an der Purdue Universität im US-Bundesstaat Indiana tätige Chemiker Paul Wenthold stellte das neuartige Molekül zusammen mit Kollegen der Universität von Südkalifornien in Los Angeles durch eine Reaktion von Xylol mit einer Fluorverbindung her. Dadurch entsteht ein Radikal mit drei ungepaarten Elektronen ? eine hochreaktive Substanz.
Hunds Regel besagt nun, dass sich die Spins ungepaarter Elektronen alle in der gleichen Richtung anordnen. Die amerikanischen Forscher fanden bei einer näheren Untersuchung ihres organischen Stoffs allerdings heraus, dass eines der drei ungepaarten Elektronen seinen Spin antiparallel zu dem der anderen beiden ausgerichtet hatte.
Wenthold glaubt, dass seine Entdeckung die Herstellung organischer Magneten ermöglichen könnte. Zuvor will er allerdings sein Molekül erst noch einer genaueren Untersuchung unterziehen. Bereits seit mehreren Jahren versuchen Forscher in aller Welt, Magneten aus nichtmetallischen Stoffen wie etwa Polymeren herzustellen.
Stefan Maier





