Schweine setzen ihren Kopf und nicht ihre Muskeln ein, wenn sie die Konfrontation mit einem stärkeren Gegner vermeiden möchten. Das haben britische Verhaltensforscher bei den Tieren beobachtet. Über ihre Forschung berichten Mike Mendl von der Universität Bristol und seine Kollegen auf dem Wissenschaftsfest der Britischen Gesellschaft für die Förderung der Wissenschaften in Leicester.
Wenn es beispielsweise darum geht, einen versteckten Leckerbissen zu ergattern, überlassen die klugen Tiere nichts dem Zufall: Sie tricksen eventuelle Konkurrenten aus, indem sie sich erst dann darüber hermachen, wenn andere Schweine gerade nicht hinsehen, haben die Forscher herausgefunden. Weitere Studien sollen zeigen, ob die Tiere abschätzen können, dass sie einem Gegner deutlich unterlegen sind und dann einen Kampf aus dem Weg gehen.
Die bisherigen Beobachtungen legen nahe, dass dem so sein könnte. Schweine haben sehr unterschiedliche Temperamente. Wenn Tiere mit gleichem Gemüt in einem Stall leben, kommt es zu deutlich mehr Konfrontationen als unter ungleichen Gesellen. Wahrscheinlich können die Tiere ihre soziale Stellung innerhalb der Gruppe auch ohne Rangkämpfe allein mit ihrer Intelligenz bestimmen, schließen die Verhaltensforscher. Auf rohe Gewalt greifen sie nur dann zurück, wenn die Abschätzung mit dem Kopf allein nicht ausreicht.
Cornelia Pfaff





