… fragt Michael Mörike, Tübingen
In dem Erfolgsroman „Der Schwarm” von Frank Schätzing bringen massenhaft auftretende Würmer, Krabben, Fische und maritime Bakterien, die sich zu einem gigantischen intelligenten Schwarm zusammenschließen, die Welt an den Rand einer Katastrophe. Der Ökokrimi zeigt, wie Schwärme Stärken entwickeln können, die Einzelgängern versagt sind. Auch in der realen Natur bewältigen Schwärme von Fischen, Vögeln, Wüstenheuschrecken, Ameisen oder Bienen Aufgaben, die die Tiere alleine nicht bewerkstelligen könnten. Wie sich diese Schwärme selbst organisieren, haben Biologen herausgefunden. Jedes Schwarmmitglied hat drei Regeln zu befolgen: Bewege dich in Richtung des Zentrums der Artgenossen, die du siehst. Komme niemandem zu nahe. Bewege dich in die gleiche Richtung wie dein Nachbar. Ist das aber Intelligenz – und wenn ja, kann man sie messen, ihr also quasi einen IQ zuordnen?
Darüber, was Intelligenz ist und wie man sie messen kann, streiten Experten seit vielen Jahren. Sie unterscheiden verschiedene Arten von Intelligenz – etwa logisches Denken, Sprachverständnis, Rechenkompetenz oder emotionale Intelligenz. Als Schwarmintelligenz könnte man die Fähigkeit definieren, ein Problem mit einer Gruppe von Individuen zu lösen. Doch messbar ist sie nicht, erklärt der Mathematiker Martin Middendorf, Professor für Komplexe Systeme an der Universität Leipzig: „Man kann die Prinzipien solcher Selbstorganisation verstehen. Aber messen kann man Schwarmintelligenz nicht, da erlaubtes Verhalten umso komplexer wird, je komplizierter es ist.”
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