Ein Gen-Defekt könnte das Risiko für die sogenannte Prä-Eklampsie oder Schwangerschaftsvergiftung erhöhen. Dies zeigt eine Studie der Arbeitsgruppe von Eric Steegers am Universitäts-Klinikum Nijmegen in den Niederlanden. Das Gen codiert ein Enzym, das den Körper von bestimmten toxischen Verbindungen reinigt.
Prä-Eklampsie tritt bei einer von zwanzig Schwangerschaften auf. Die Krankheit äußerst sich in Bluthochdruck, Ödemen und akutem Nährstoffmangel. Sie kann für die Mutter tödlich enden, wenn dies nicht durch frühzeitigen Kaiserschnitt verhindert wird.
Die im Journal of Medical Genetics veröffentlichte Studie basiert auf Blutproben von 183 Frauen, die bereits von Prä-Eklampsie betroffen waren und 151 gesunden Frauen. Vormals erkrankte Frauen trugen den Gendefekt zweimal so häufig in sich wie gesunde. Bei den Untersuchungen konzentrierten sich die Wissenschaftler auf das Gen, das für die Produktion des Enzyms Epoxid Hydrolase verantwortlich ist. Dieser Stoff hindert reaktive Sustanzen im Körper daran, Zellen zu zerstören.
Die Prä-Eklampsie hängt mit einem Ungleichgewicht zwischen den toxischen Substanzen und ihren Gegenspielern zusammen. Dieses auszugleichen wäre eine denkbare Therapie, glauben die Forscher. Ein Test des betreffenden Gens würde die Diagnose und damit die Behandlung der Prä-Eklampsie beschleunigen. “Wenn es uns gelänge, die Krankheit zu entschärfen, könnte dies den tödlichen Ausgang verhindern,” so Steegers.
Anna Voormann





