Ein spezieller Kristall soll schädliche Kohlenwasserstoffe in Autoabgasen wie ein Schwamm so lange aufsaugen, bis der Katalysator nach einem Kaltstart seine Betriebstemperatur erreicht hat. Dann kann dieser die Abgase reinigen. Über diese Entwicklung japanischer Forscher berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins “Nature”.
Moderne Autos sind zwar serienmäßig mit einem Katalysator ausgestattet, doch benötigt dieser ein bis zwei Minuten, bis er bei 170 bis 200 Grad Celsius seinen Betrieb aufnimmt. Aus dieser Aufwärmphase stammen bis zu 80 Prozent der schädlichen Kohlenwasserstoffe aus Fahrzeugen, die in die Atmosphäre gelangen. In diesem Zeitraum könnte aber der Spezialkristall die Abgase filtern, erklären die Wissenschaftler um Tatsuya Okubo von der Universität Tokio.
Bei dem Kohlenwasserstoffschwamm handelt es sich um einen so genannten Zeolith, einen Kristall aus Silizium, Aluminium und Sauerstoff. Auf atomarer Ebene sieht das Material mit dem Namen “SSZ-33” aus wie ein Schweizer Käse. Die Atome des Zeoliths sind zu Ringen verbunden, die ein dreidimensionales Geflecht bilden. Dieses von winzigen Poren und Kanälen durchzogene Netzwerk kann große Mengen an Gasen auffangen, so wie ein Schwamm Wasser speichert.
Forscher arbeiten schon länger daran, Zeolithe als Kohlenwasserstoff-Fallen zu nutzen. Doch das Netzwerk der bisherigen Materialien war sehr feuchtigkeits- und temperaturempfindlich. SSZ-33 speichert nicht nur mehr Kohlenwasserstoffe als seine Vorläufer-Materialien, sondern verträgt auch höhere Temperaturen.
Die Originalveröffentlichung von Okubo und seinen Kollegen erscheint in der Fachzeitschrift ” Journal of Physical Chemistry B” (Bd. 108, S. 13059).
ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff





