Forschern von der University of North Carolina at Chapel Hill (UNC) in Boston ist es gelungen, das Schutzschild von Krebszellen zu durchbrechen, mit dem diese sich gegen Chemotherapeutika oder Strahlen schützen. Eine als Proteasome-Inhibitor bezeichnete Substanz könne die Wirkung einer konventionellen Chemo- oder Strahlentherapie bei Krebs deutlich verstärken. Dies sei bedeutsam, weil die meisten Krebsarten zu 50 Prozent nicht auf Chemo- oder Strahlentherapie reagieren, heißt es in einer Mitteilung der Universität.
James Cusack Jr. vom Massachusetts General Hospital und seinem Kollege Albert Baldwin Jr. vom Lineberger Comprehensive Cancer Center an der UNC blockierten das Eiweiß NF-kappa-B, welches den Schutzschild der Krebszellen gegen die starken Medikamente aktiviert. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen prinzipiellen Abwehrmechanismus.
Die Krebsforscher behandelten im Labor verschiedene Darmkrebs-Zellen entweder nur mit Chemotherapie oder mit der Kombination Chemotherapie plus Proteasome-Inhibitor. Unter Chemotherapie starben nur zehn Prozent der Krebszellen ab. Wurde der Eiweißblocker zugegeben, waren es dagegen 90 Prozent. Später wiederholten Cusack und Baldwin die Versuche erfolgreich an Mäusen. Die Ergebnisse der Labortests sind jetzt in Cancer Research und dem International Journal of Radiation Oncology, Biology, Physics veröffentlicht worden.
Derzeit werden am Massachusetts General Hospital und am Harvard Cancer Center Pilotstudien an Krebspatienten vorbereitet, die gegen Chemotherapie resistent sind.
Dr. Thomas Meißner





