Alles andere als wählerisch bei der Paarung ist der Tiefsee-Kalmar Octopoteuthis deletron. Das rötliche, etwa handtellergroße Tier begattet jeden Artgenossen, der ihm vor die Tentakel gerät – egal ob Männlein oder Weiblein. Das haben US-Forscher um Hendrik J. T. Hoving vom Monterey Bay Aquarium Research Institute im kalifornischen Moss Landing beobachtet.
Die Wissenschaftler hatten Filmaufnahmen ausgewertet, die Tauchroboter von verschiedenen Exemplaren des Tintenfischs gemacht hatten, der in Tiefen von 400 bis 800 Metern lebt. Bei 39 gut erkennbaren Kalmaren konnten die Wissenschaftler 19 Weibchen und 20 Männchen unterscheiden. Bei 9 Männchen und 10 Weibchen davon identifizierte das Team eindeutige Hinterlassenschaften einer Begattung: Reste von Sperma, das männliche Tiere offenbar blindlings „abgeschossen” hattten. Wobei „blindlings” durchaus wörtlich gemeint ist: Hoving geht davon aus, dass die im Tierreich einzigartige Strategie von O. deletron daher rührt, dass der Kalmar mangels Licht die Geschlechter nicht unterscheiden kann und deshalb seinen Samen aufs Geratewohl verteilt. Damit sichert er sich den größtmöglichen Erfolg bei der Fortpflanzung.





