Ein einziges Gen ist für die Wirkung von Alkohol im Körper von Menschen und Tieren verantwortlich. Ist das so genannte slo-1-Gen verändert, bleiben sie selbst bei großen Mengen Alkohol nüchtern. Das melden amerikanische Neurologen um Steven McIntire vom Ernest-Gallo-Forschungszentrum in San Francisco in der Fachzeitschrift Cell (Ausgabe vom 12. Dezember).
In einer Studie veränderten die Forscher das Erbgut von Fadenwürmern ( Caenorhabditis elegans) und untersuchten das Verhalten dieser Mutanten nach Alkoholkonsum. Genetisch veränderte Würmer ohne das slo-1-Gen waren vollkommen immun gegen die Droge. Die Wissenschaftler führten ihre Untersuchung an diesen Würmern durch, weil etwa die Hälfte deren zwanzigtausend Genen Gegenstücke im menschlichen Genom haben.
Das slo-1-Gen trägt die Information für einen so genannten Ionenkanal, durch den die für Nervenimpulse wichtigen Kaliumionen aus den Nervenzellen gelangen. In Anwesenheit von Alkohol öffnet sich dieser Kanal häufiger, was die Nervenaktivität verlangsamt und zu den typischen unkoordinierten Bewegungen eines Betrunkenen führt. Würmer, deren Kanäle so verändert waren, dass sie sich auch ohne Alkohol häufiger öffnen als normal, zeigten auch in Abwesenheit von Alkohol ähnliche Symptome. Mit den Ergebnissen könnten einmal neue Medikamente zur Behandlung chronischer Alkoholsucht entwickelt werden, hoffen die Wissenschaftler.
ddp/bdw ? Sandra Saladin





