Schützenfische erlegen ihre Beute, indem sie einen Wasserstrahl auf ahnungslos über das Wasser fliegende Insekten “schießen”. Die Fische wissen dabei haargenau, wo ihr eben abgeschossenes Opfer auf die Wasseroberfläche treffen wird, haben nun deutsche Biologen beobachtet.
So können sie sich unmittelbar nach der Attacke auf ihre Mahlzeit stürzen ? bevor ihnen Artgenossen den Happen wegschnappen, berichten Stefan Schuster und seine Kollegen von der Universität Freiburg in der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Biology (Bd. 205, S. 3321). Die Biologen analysierten Hochgeschwindigkeitsaufnahmen der Schützenfische. Die flinken Tiere brauchen nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu beurteilen, wann und wo ihre Beute auf das Wasser klatscht, fanden die Forscher.
Nur eine Zehntelsekunde nach dem Abschuss wenden sich die Fische schon der Stelle zu, wo sie ihr Mittagessen einsammeln können und schwimmen direkt dorthin, ohne ihre Entscheidung durch weitere Blicke überprüfen zu müssen. Wenn Menschen dagegen beispielsweise einen Baseball fangen wollen, vergewissern sie sich mehrfach, wo sich der Ball gerade befindet.
Der Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) jagt auf diese spektakuläre Weise eine Vielzahl unterschiedlich großer und schwerer Insekten, die alle ein anderes “Flugverhalten” nach dem Abschuss zeigen. Bisher ist den Wissenschaftlern noch nicht klar, ob die Fische jede Flugbahn aufs Neue berechnen oder ob sie schlicht aufgrund ihrer Erfahrung so schnell reagieren können.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





