Wie Eltern mit ihrem Kind über dessen Aussehen sprechen, kann starke Auswirkungen darauf haben, ob das Kind als Teenager oder junger Erwachsener Essstörungen entwickelt. Dies hat J. Kevin Thompson, Psychologie-Professor an der University of South Florida in zahlreichen Untersuchungen festgestellt. Jetzt ist sein neuestes Buch zu dem Thema erschienen, ein Sammelband mit Beiträgen von Psychologen, Ärzten und Ernährungswissenschaftlern unter dem Titel “Body Image, Eating Disorders and Obesity in Youth” (Körperbild, Essstörungen und Fettsucht in der Jugend).
Kindern beizubringen, wie sie mit negativen Bemerkungen umgehen können und sich von den Bildern aus den Medien nicht zu sehr leiten lassen, sind Teil einer Prävention gegen Essstörungen bei Mädchen und Jungen, meint Thompson. Dabei sei es wichtig, das Thema anzugehen, bevor es zum Problem werden kann. Das kritische Alter ist nach seinen Erkenntnissen sechs bis acht. In diesem Alter begreifen Kinder schon, dass Übergewicht “unerwünscht” ist. Wenn zum Beispiel die Mutter Schlankheitskuren macht oder selbst Essstörungen hat, kann dies ein 5- bis 6-jähriges Mädchen schon berühren. Aber mittlerweile sind es nicht mehr nur die Mädchen, denen Werbung und Medien das perfekte Aussehen vorgaukeln wollen. Auch die Jungen sind im Visier der Werbewirtschaft.
In vielen Befragungen hat Thompson erfahren, dass oft nicht einmal Studentinnen und Studentinnen wissen, dass die Bilder von Models in Zeitschriften nach der Fotoaufnahme mit Hilfe des Computers nachgebessert werden. Eltern könnten seiner Meinung nach sehr viel Aufklärungsarbeit leisten.
Doris Marszk





