Text: Susanne Donner
Sobald die Sonne an Kraft gewinnt und die Temperaturen steigen, füllen sich Terrassen und Verandas wieder. Es lockt uns nach draußen: die ersten Sonnenstrahlen aufsaugen, den Sonntagskaffee wieder im Freien genießen, an lauen Abenden zusammensitzen. Gartencenter und Fachgeschäfte wissen um diese Sehnsüchte und präsentieren jetzt ihre neuen Gartenmöbel, die Balkon oder Terrasse in ein gemütliches Outdoorwohnzimmer verwandeln sollen. Wer sich verführen lässt, hat die Qual der Wahl: Metallgestell, Holzmöbel oder Plastikgeflecht?
„Holz schneidet in Ökobilanzen besser ab als Plastik oder Metall“, erklärt der Holzforscher Andreas Krause vom Thünen-Institut für Holzforschung in Hamburg-Bergedorf. Zudem setzt der nachwachsende Rohstoff kein Mikroplastik frei, das den Planeten bis in die Arktis hinein belastet. Holz wächst Jahresring um Jahresring ständig nach. Am Ende zerfällt es wieder zu Humus oder liefert bei der Verbrennung Energie. Bis dahin kann jedoch viel Zeit vergehen.
Holzmobiliar für draußen kann lange halten, wie manch urige Bank in den Bergen zeigt. Sie trotzt harten Wintern, Schnee und Eis, scharfem Wind und intensiver Strahlung der Höhensonne. Hersteller solcher Parkbänke geben die Lebensdauer mit 25 und noch mehr Jahren an. Das mag etwas hochgegriffen sein. Aber passionierte Wanderer wissen, wie oft sie sich bei ihren Touren schon auf dasselbe Möbelstück gesetzt haben.
Kann auch Mobiliar im eigenen Garten lange Freude bereiten und zugleich ökologisch höchsten Ansprüchen genügen? Drei Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle: Woher das Holz stammt, wie gut es verarbeitet ist und wie pfleglich wir mit Stühlen und Tisch umgehen.
Minderwertiges Holz von Teakplantagen
In Gartencentern und Baumärkten erwarten die Kundschaft vor allem Tische und Stühle aus Teak. Bis heute dominiert die honigfarbene tropische Holzart, „allerdings gibt es mittlerweile nurmehr minderwertige Qualitäten aus Plantagenproduktion“, warnt Krause. Anders als noch vor Jahrzehnten, sind die Primärwälder aus Teakbäumen gerodet. Die letzten Bestände mit bis zu 50 Meter hohen, stattlichen Bäumen wachsen auf Myanmar, erzählt Krause. Von dort ist der Export des Holzes jedoch streng verboten.
Im Gegenzug dehnen sich die Teakplantagen immer weiter aus. Das Edelholz wird auf 4,4 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht der Fläche der Schweiz. Ein großer Teil wächst in Asien. Dort sind die Plantagen oft in staatlicher Hand, wohingegen in Südamerika private Investoren auf den Markt drängen. Oft stehen die Bäume auf Flächen, auf denen einst Regenwälder atemberaubende Waldstockwerke bildeten. Auch wenn für die Plantage nicht immer Primärwald gerodet worden ist, gilt die Gleichung: Je intensiver die Landnutzung, desto gefährdeter sind Naturwälder, gerade in sehr armen Regionen der Welt.





