Männliche Maulwurfsgrillen verstärken ihr Liebesgezirpe mithilfe einer besonderen Konstruktion ihres Erdbaus: Die hornförmige Bauweise des unterirdischen Heims steigert die Effektivität ihrer Lockrufe. Dadurch müssen sie deutlich weniger Energie in die Erzeugung der Laute investieren, haben amerikanische Biologen bei den Insekten beobachtet.
Bei Sonnenuntergang lassen sich Maulwurfsgrillenmännchen in ihrem Bau nieder und zirpen ein Liebeslied, um Weibchen aus der Nähe anzulocken. Da der Bau dieser Insekten überaus sorgfältig konstruiert ist und die Form einer Hörhilfe hat, haben sich Biologen schon lange gefragt, ob diese spezielle Bauweise die Rufe der Tiere verstärkt. Kenneth Prestwich und Kristin O’Sullivan sammelten nun Maulwurfsgrillenmännchen und untersuchten unter Laborbedingungen, ob das tatsächlich der Fall ist.
Die Biologen stellten den Grillen sandgefüllte Eimer zur Verfügung, in denen die Insekten umgehend ein neues Heim bauten. Auch einen künstlichen Sonnenuntergang akzeptierten die Tiere und zirpten ihr gewohntes Lied. Währenddessen bestimmten die Forscher die Stoffwechselrate der Maulwurfsgrillen. Diese ist ein Maß dafür, wie viel Energie die Tiere in die Lockrufe stecken müssen. Außerdem maßen sie den Schalldruck, den die Laute oberhalb des Baus erzeugten.
Die Effektivität der Maulwurfsgrillen erwies sich als erstaunlich gering ? sie brauchten verhältnismäßig viel Energie, um relativ leise Töne zu produzieren. Erst als die Biologen die Erdbauten mit Wasser benetzten, zeigte sich die Wirkung der Höhlenkonstruktion: Der angefeuchtete Sand verstärkte den Klang deutlich, fanden die Forscher. Während Luft zwischen einzelnen Sandkörnern eher eine schallisolierende Wirkung hat, wird der Schall über das Wasser deutlich effektiver übertragen. Auch in der freien Natur sind die Sandwände der Grillenbauten mit Feuchtigkeit durchzogen, so dass die Rufe lauter zu den Weibchen getragen werden, was die Effektivität deutlich erhöht.
Kenneth Prestwich, Kristin O’Sullivan (College of the Holy Cross, Worcester): Journal of Experimental Biology, Bd. 208, S. 1495
ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff





