Eine gleich nach der Geburt umgelegte Plastikhülle senkt den Wärmeverlust eines frühgeborenen Kindes auf dem Weg in den Brutkasten. Das schließen kanadische Forscher aus Untersuchungen an 53 Babys, die alle vor der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. In dieser kritischen Lebensphase ist eine stabile Körpertemperatur wichtig für das Wohlergehen des Kindes. Bisher werden Frühgeborene meist getrocknet und unter einer Wärmelampe bestrahlt. Mit einer Plastikhülle fällt jedoch die Körpertemperatur weniger stark ab, berichten die Mediziner um Barbara Schmidt von der Kinderklinik der McMaster-Universität in Hamilton in der Fachzeitschrift Journal of Pediatrics (Bd. 145, Nr. 6).
Die Mediziner umhüllten 25 der Babys gleich nach der Geburt mit einer durchsichtigen Polyethylenfolie vom Hals bis zu den Füßen. Nur den Kopf trockneten sie mit einem Tuch ab. Bei der Ankunft auf der Intensivstation war die Körpertemperatur der Kinder lediglich auf 36,5 Grad Celsius gesunken. Im warmen Inkubator wurden die Frühchen dann aus der Plastikfolie ausgewickelt. Bei den Babys der Vergleichsgruppe, deren ganzer Körper mit einem Tuch unter einer Wärmelampe getrocknet worden war, maßen die Ärzte eine Temperatur von nur 35,6 Grad Celsius. Schon eine Stunde später pendelte sich im Inkubator die Körpertemperatur bei allen Kindern auf durchschnittlich 36,6 Grad Celsius ein.
Die Forscher fanden auch heraus, wie sich das Körpergewicht auf den Wärmeverlust auswirkt. Pro 100 Gramm mehr Geburtsgewicht kann auch die Körpertemperatur um rund 0,2 Grad Celsius höher gehalten werden. Mit der Plastikfolie wäre also den kleinsten Frühchen am meisten geholfen. Welchem Stress die noch unreife Haut des Frühgeborenen durch den Kontakt mit der Ethylenfolie ausgesetzt ist, müsse noch geklärt werden, kommentiert der Mediziner Gunnar Sedin vom Kinderkrankenhaus der Universität Uppsala (Schweden) die Studie.
ddp/bdw ? Martin Schäfer





