Wissenschaftler des Jefferson Medical College sind auf dem Wege, einen schnellen und preisgünstigen Test zu entwickeln, der die krebsauslösenden Gene BRCA1 und BRCA2 nachweist. Das Ergebnis soll innerhalb von Stunden, statt wie bisher erst nach Wochen, vorliegen, berichteten die Wissenschaftler auf dem jährlichen Meeting of the American Society of Clinical Oncology in San Francisco.
Zur Identifikation der veränderten Genvarianten entnehmen die behandelnden Ärzte der Patientin eine Gewebeprobe aus der betroffenen Brust. Die Probe wird anschließend mit einem monoklonalen Antikörper auf die Anwesenheit des entsprechenden Proteins untersucht. Findet der Antikörper kein Protein, bleibt der Farbnachweis negativ. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Gewebe eine veränderte Form des Proteins herstellt und die Patientin die Genvariante BRCA1 trägt.
Bislang bringt betroffenen Frauen, in deren Familie die krebsauslösenden Gene BRCA1 und BRCA2 gehäuft auftreten, nur die langwierige Sequenzierung Sicherheit. Aber für eine effektive und zielgerichtete Behandlung ist es oft entscheidend, ob die Patientin an der erblichen Form des Brustkrebs leidet. Denn dann kommen andere Behandlungswege in Frage. Und die Kontrolle der anderen Brust, ebenso wie die der Eierstöcke, muss verstärkt werden.
Von 118 untersuchten Patientinnen zeigten 22 eine Mutation in dem Gen. Von diesen 22 Frauen zeigte nur eine eine Farbreaktion in dem Antikörpertest, während dieser bei den restlichen negativ ausfiel. Umgekehrt konnte bei fast allen Patientinnen mit normalem BRCA1-Gen das Protein durch den Antikörper nachgewiesen werden. Ein breit einsetzbarer Test muss allerdings erst noch entwickelt werden.
Dr. Dagmar Knopf





