Das australische Wheat Cooperative Research Centre will neue Weizensorten für australische Farmer doppelt so schnell wie mit konventionellen Zuchtmethoden herstellen. Hierbei verzichten sie jedoch auf das Einbringen artfremder Gene durch Gentechnik, sondern selektieren die gewünschten Getreidesorten durch neue genetische Zuchtmethoden.
Anhand molekularer Marker können die Wissenschaftler feststellen, ob die Pflanze die gewünschten Gene ? etwa die gesteigerte Widerstandskraft gegen Schädlinge ? in ihrem Erbgut enthält. Die Identifizierung erfolgt innerhalb von Stunden, anstatt die zu untersuchenden Samen auszusäen und dann erst denn Zuchterfolg überprüfen zu können. So können die Züchter nicht nur überprüfen, dass die Pflanzen noch ihre normalen Eigenschaften besitzt, sondern auch ihre zusätzlichen speziellen Eigenschaften.
Jedes Jahr werden in Australien mehrere Tausend neue Weizensorten pro Jahr produziert und dann nur diejenigen mit den gesuchten Eigenschaften ausgewählt. Vor der Entwicklung der neuen Methode war dies ein sehr zeitaufwändiger Prozess, sagt William Rathmell vom Wheat Cooperative Research Centre.
Wirtschaftlich könnte die neue Technik lukrativ sein, denn Australien exportiert achtzig Prozent seines Weizens nach Übersee. Und auf dem internationalen Markt geraten gentechnisch veränderte Lebensmittel immer stärker in Kritik, sodass die Hersteller verstärkt auf neue Methoden umsteigen. Kommerziell erhältlich wird der Weizen allerdings erst 2003 sein.
Dr. Dagmar Knopf





