Aids-Kranke, die sich erst vor kurzem infiziert haben, haben meist hohe Konzentrationen von HIV-Erregern in den Körperflüssigkeiten – etwa im Blut, im Speichel oder in der Samenflüssigkeit. Dies berichten US-Wissenschaftler in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift AIDS. Sie glauben nun, mit einer neuen Strategie das sich weltweit ausbreitende Virus besser in den Griff zu bekommen.
HIV-Werte von frisch Infizierten sind gleich hoch oder höher als die Werte von Patienten, die bereits seit langem mit HIV infiziert sind, so Christopher D. Pilcher von der University of North Carolina. Innerhalb von nur zwei bis drei Wochen nach der Infektion habe man hohe HIV-Konzentrationen gemessen.
In den ersten Wochen treten grippeähnliche Symptome, die so genannte “primäre HIV-Infektion”, bei den Infizierten auf, was viele Patienten veranlasst, zum Arzt zu gehen. Pilcher fand heraus, dass eine schnelle Aids-Behandlung mit der so genannten “Cocktail-Therapie” bei diesen Personen zu einer extremen Abnahme der Virenbelastung in allen Körperflüssigkeiten führt. Er denkt daher, dass eine möglichst schnelle Behandlung der Infektion die Weiterverbreitung deutlich reduzieren kann. Es sei eine viel versprechende Strategie, die Epidemie auch auf internationaler Ebene zu bekämpfen, so Pilcher.
Frieder Graef





