Papageien gehören weltweit längst zum Alltag vieler Großstädte. Dass dort heimische ebenso wie als Haustiere eingeführte Arten erfolgreich sind, liegt auch an ihrer Fähigkeit, neue Möglichkeiten zu nutzen und Probleme zu lösen. Diese Anpassungsfähigkeit birgt jedoch auch Konfliktpotenzial.
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Text: Roman Goergen
Als sich Richard Major eines Morgens im australischen Sydney auf den Weg zum Bahnhof macht, sieht der Ornithologe vom Australian Museum eine Szene, die seine berufliche Neugier weckt: Ein Gelbhaubenkakadu ist damit beschäftigt, an den Inhalt einer Mülltonne heranzukommen. Der Papagei sitzt oben auf der schmalen Kunststoffkante. Er zupft am Abfallbehälter. Zunächst bewegt sich kaum etwas, doch dann schiebt der Vogel seinen Schnabel unter den Deckel und hebt ihn an. Erst nur ein Stückchen, dann immer weiter, während er ihn festhält und seitlich am Rand der Tonne entlangläuft. Als der Deckel schließlich hinten überkippt, macht sich der Kakadu sofort über die freigelegten Essensreste her. Major filmte die ausgeklügelte Methode des Papageis und schickte das Video an Lucy Aplin und Barbara Klump vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell. „Das war so etwas Außergewöhnliches und Spannendes, das mussten wir uns genauer anschauen“, sagt Ökologin Klump. Bald untersuchte eine internationale Gruppe von Forschenden, wie verbreitet das Öffnen von Mülltonnen bei Kakadus in Sydney ist und wie sie es erlernen.
Plündern mit Methodik
Dass Tiere Nahrung in Städten suchen, ist nicht ungewöhnlich. Krähen plündern Papierkörbe, Möwen stehlen Pommes, Füchse reißen Müllsäcke auf. Doch in der australischen Großstadt ist die Art der Aufgabe das Entscheidende. Die Gelbhaubenkakadus stehen vor der Herausforderung, eine standardisierte Haushaltsmülltonne zu öffnen, deren Klappe für Menschen und Müllwagen konstruiert ist, nicht für Vögel. Sie müssen sich daher etwas einfallen lassen, um an das Futter im Inneren zu kommen. Ein Kakadu, der auf dem Deckel sitzt, blockiert sich selbst und scheitert, wenn er ihn anheben will. Er muss sich stattdessen am Rand positionieren und das Hindernis in mehreren Schritten bewältigen. „Dafür bedarf es einer sehr genauen Koordination des Körpers“, sagt Klump.
Und Köpfchen, denn es geht um konkretes Problemlösen in einer künstlich geschaffenen Situation. Müllbehälter sind keine natürliche Gegebenheit, sie sind Teil einer urbanen Infrastruktur: standardisiert, regelmäßig gefüllt, wöchentlich an den Straßenrand gestellt. Die Stadt produziert damit nicht nur Abfall, sondern auch Lerngelegenheiten.
Kapuzineraffen nutzen Steine, um Nüsse zu knacken. Bei ihrer Werkzeug-Auswahl achten sie auch darauf, ob die Steine schon von Artgenossen genutzt wurden.
Biologie
Inzucht bedroht Asiatische Elefanten - eine Unterart trifft es besonders
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Wildlebende Asiatische Elefanten sind stark gefährdet. Durch die sinkenden Bestände steigt das Risiko für Inzucht - vor allem für eine Unterart.
Gerade Papageien nutzen vielfältige Ressourcen und Strukturen, die menschliche Lebensräume ihnen bieten. Für langlebige Tiere wie Kakadus kann die Fähigkeit zu kurzfristigen Verhaltensänderungen besonders wichtig sein. Denn so rasch, wie Städte modifiziert werden, könnten sich Arten über Generationen hinweg gar nicht per Evolution an jede neue Ressource oder Barriere anpassen. „Verhalten ist da eine schnelle Lösungsmöglichkeit, weil das natürlich innerhalb der Lebenszeit eines Individuums gelernt und angenommen werden kann“, erläutert Klump. Der Kakadu an der Mülltonne steht damit stellvertretend für eine größere Frage: Warum gelingt es Papageien so häufig, die Möglichkeiten menschlich geformter Lebensräume zu nutzen?
Andere Länder, andere Sittiche
In Sydney ist es eine heimische Art, die eine neue städtische Ressource erschlossen hat. Anderswo haben sich Papageien erst durch den Menschen im urbanen Raum angesiedelt und etabliert, weit außerhalb ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete. Halsbandsittiche in Großbritannien beispielsweise, außerdem Mönchssittiche in Spanien und Italien oder mexikanische Amazonen in Los Angeles. Den Vögeln gemein ist nicht ihre Herkunft, sondern die Umwelt, auf die sie treffen: Städte bieten Nahrung, Brutplätze, Wärme und wiederkehrende Strukturen des menschlichen Alltags. Papageien bringen dafür kräftige Schnäbel, Flexibilität bei der Nahrungssuche, Sozialität und die Fähigkeit mit, neue Aufgaben zu lösen oder von Artgenossen zu lernen. Doch diese Eigenschaften allein würden den Tieren wenig nützen, wenn Städte ihnen nicht zugleich geeignete Möglichkeiten eröffneten. Entscheidend ist, was geschieht, sobald die Tiere sie nutzen.
„Diese Vögel haben die Fähigkeit zu Innovationen, und Städte können der perfekte Spielplatz sein, um das auszudrücken“, sagt Antonio Osuna Mascaró. Der Kognitionsforscher untersucht am Messerli Research Institute der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wie Kakadus Probleme lösen und Werkzeuge einsetzen. Ihn interessiert dabei nicht die anthropomorphe Vorstellung eines Vogels, der wie ein Mensch denkt, sondern das Zusammenspiel von Erkundungsverhalten, Beweglichkeit und Lernen: Papageien können Gegenstände mit Schnabel, Zunge und Füßen bearbeiten und leben häufig in sozialen Gruppen, in denen neue Verhaltensweisen weitergegeben werden.
Das bedeutet nicht, dass jeder Papagei in jeder Stadt dieselbe Art von Aufgabe löst wie ein Kakadu in Sydney. Doch gerade dort ließ sich beobachten, wie eine neue Gelegenheit im menschlichen Lebensraum zu einer Handlungsweise wird, die nicht bei einem einzelnen Vogel bleiben muss. „Das Überraschendste an diesem Verhalten ist, wie diese Innovation gelernt wird“, sagt Osuna Mascaró, „wie diese Kakadus offenbar voneinander lernen und ihr Verhalten der menschlichen Kultur auferlegen, die parallel dazu läuft.“
Dass sich Kakadus die Technik bei Artgenossen abschauten, konnte Klumps Team anhand der Ausdehnung des Verhaltens in Sydney und im benachbarten Wollongong nachvollziehen. Vor 2018 war das Öffnen von Mülltonnen nur aus drei Vororten bekannt gewesen; bis Ende 2019 meldeten es Anwohner bereits aus 44. Neue Fälle traten vor allem in der unmittelbaren Nähe jener Viertel auf, in denen Kakadus die Methode schon beherrschten. „Diese Ausbreitung ist nicht irgendwie zufällig gewesen, sondern von diesen drei ursprünglichen Stadtteilen ausgehend“, sagt Klump. „Das zeigt uns, dass es über soziales Lernen läuft und nicht über Versuch und Irrtum von einzelnen Individuen.“
In Sydney blieb auch die menschliche Seite nicht unbeeinflusst vom Tun der Papageien. Für die Betroffenen sind geöffnete Tonnen allerdings keine interessante Anpassungsleistung, sondern bedeuten schlicht auf der Straße verteilten Müll. Sie begannen, die Abfallbehälter gegen die Vögel zu sichern. Damit trafen in den Vororten gleich zwei Arten aufeinander, die jeweils auf neue Situationen reagieren und Lösungen voneinander übernehmen können. Osuna Mascaró nennt das einen „Zusammenstoß der Kulturen“.
Von Kultur sprechen Verhaltensforscher, wenn ein Verhalten sozial gelernt wird, über einen Zeitraum bestehen bleibt und sich zwischen Gruppen unterscheidet. Bei direkten Beobachtungen entdeckten Klump und ihre Kollegen auch beim Knacken der Abfallbehälter örtliche Varianten: Kakadus in nah beieinanderliegenden Stadtteilen öffneten sie ähnlicher als Tiere, die weiter voneinander entfernt lebten. Das Ergebnis war dasselbe, der Weg dorthin nicht. Damit wurde aus der Methodik einzelner Tiere bald eine lokale Tradition.
In einer Folgestudie erfassten die Forscher, auf welche Weise die Menschen ihre Tonnen schützten. Manche legten Steine auf die Deckel, andere klemmten Schuhe in die Scharniere, befestigten Schnüre oder Haken. Die Vorgehensweise ähnelte sich besonders häufig in derselben Straße: Auch Menschen schauten sich also Strategien von ihren Nachbarn ab.
Einige der einfachen Sperren hielten allerdings nicht lange. „Wenn man zum Beispiel einen Stein drauflegt, dann schieben manche Kakadus den runter und machen dann die Mülltonne auf“, sagt Klump. Im Laufe der Zeit setzten die Anwohner zunehmend auf aufwendigere Schutzmethoden. „Wir haben das soziale Lernen aufseiten der Kakadus, wie man die Mülltonnen aufmacht“, sagt sie. „Dann haben wir das soziale Lernen aufseiten der Menschen, wie man die Mülltonne beschützt.“
Genau darin liegt für Klump das „Wettrüsten“: Menschen präparieren die Tonnen, weil Kakadus sie öffnen können; die Vögel finden darin eine neue Aufgabe vor. „In manchen Fällen lernen die Kakadus dann, diese neuen Schutzmechanismen zu lösen“, sagt Klump. „Und die Menschen setzen dann wieder eins drauf und sagen: Aber ich kann noch was Besseres.“
Leere Nischen erobern
In Sydney zeigen sich die Begegnung und das gegenseitige Austricksen zweier lernfähiger Arten an Tonnen, Steinen und verstreutem Müll. Doch nicht jede Anpassung lässt sich so unmittelbar beobachten wie ein Deckel, der über dem Kopf eines Kakadus aufschwingt. Anderswo ist der Erfolg von Stadtpapageien in weniger spektakulärer Form sichtbar: Er kann beispielsweise darin bestehen, alternative Nahrung zu erreichen oder Lebensräume zu nutzen, die für andere Tiere kaum zugänglich sind.
Wie solche Möglichkeiten in europäischen Städten entstehen, untersucht der Ökologe Fabio Marcolin an den Universitäten Turin und Lissabon. Bei seinen Arbeiten beobachtete er Halsbandsittiche an den harten Früchten von Zypressen, die in Parks und auf Friedhöfen wachsen. Und auch in einem Obstgarten in Lissabon fraßen die Vögel die noch unreifen grünen Äpfel. Für viele einheimische Stadtvögel ist derart feste Nahrung kaum verwertbar; für Papageien mit ihren kräftigen Schnäbeln dagegen schon. „Sie sind anpassungsfähig“, sagt Marcolin über Halsband- und Mönchssittiche.
Für Marcolin beginnt die Erklärung ihres Erfolgs nicht allein bei den Fähigkeiten der Papageien, sondern ebenso bei den Bedingungen, die Städte ihnen bieten. Die Tiere können mehrere Kilometer zurücklegen, um Nahrung in Parks, Gärten, Straßenbäumen, botanischen Sammlungen oder an Futterstellen zu suchen. Hinzu kommen Wärmeinseln und Pflanzen, die Menschen dort kultiviert haben. Städte seien „Speicher von Störung“, sagt Marcolin: Orte rascher Veränderung, an die flexible Arten sich anpassen können.
Zusammen mit Kollegen untersuchte er Vogelgemeinschaften an 220 Standorten in sechs italienischen Städten. Halsbandsittiche kamen in Florenz, Mailand, Neapel und Rom vor, Mönchssittiche nur in Rom. Die Papageien lagen eher am Rand des ökologischen Spektrums heimischer Gemeinschaften: Mit Eigenschaften wie ihrem kräftigen Schnabel erschließen die Sittiche Nahrungsquellen, welche von einheimischen Vogelarten nur wenig genutzt werden. Marcolin spricht deshalb von „leeren Nischen“: ökologischen Möglichkeiten, die andere Arten nicht vollständig ausschöpfen.
Ob eingeführte Papageien solche Möglichkeiten dauerhaft nutzen können, hängt jedoch nicht allein von ihren Schnäbeln ab. Amy Leedale von der University of Salford untersucht Halsbandsittiche in Manchester, am nördlichen Rand ihres britischen Verbreitungsgebiets. Die Bestände der Inseln gehen überwiegend auf asiatische Linien zurück, welche den gemäßigten Bedingungen bereits eher entsprechen könnten als afrikanische. Dennoch brüten die Sittiche in Großbritannien unter kälteren Bedingungen als irgendwo in ihrem ursprünglichen Lebensraum; ihre Brutzeit beginnt in der neuen Heimat früher und dauert länger.
Für Leedale deutet das auf eine Verhaltensplastizität hin: Die Vögel können auf andersartige Bedingungen reagieren, ohne dass sich ihre Erbanlagen bereits dahingehend verändert haben müssen. „Halsbandsittiche sind geübte soziale Lerner“, sagt die Biologin. Und erfolgreiche Verhaltensweisen können sich durch Beobachtung schneller und weniger riskant verbreiten als durch Versuch und Irrtum.
Blaukappenamazone (l.) und Grünwangenamazone (r.) sind in ihrer Heimat bedroht, nutzen in Kalifornien aber erfolgreich städtische Nischen.
Neue Heimat der Amazonen
Die Konsequenz einer solchen Anpassungsfähigkeit reicht in Südkalifornien noch weiter. Dort bilden bewässerte Gärten und angepflanzte Bäume ein Netz aus Nahrung, Schlafplätzen und Nisthöhlen, das Populationen eingeführter Amazonenpapageien in einer trockenen Landschaft trägt. „Es ist schwierig, nur eine dieser Ressourcen als die wichtigste auszuwählen, weil sie alle miteinander verbunden sind“, sagt Brenda Ramirez vom Moore Laboratory of Zoology am Occidental College in Los Angeles. „Ein nicht heimischer Baum kann Nahrung, Schlafplätze und Nisthöhlen bieten, würde aber ohne das mildere Stadtklima und die Bewässerung in Südkalifornien möglicherweise gar nicht wachsen.“
Ramirez untersuchte mit Kollegen zwei Amazonenarten, deren Vorfahren als Haustiere aus Mexiko nach Kalifornien gelangten. Die Grünwangenamazone lebt natürlicherweise im östlichen Teil des Landes, die Blaukappenamazone an der Pazifikseite. Beide gelten dort als bedroht. Dagegen haben sich in Südkalifornien Populationen von mehr als 3.000 Grünwangenamazonen und rund 800 Blaukappenamazonen etabliert.
Während die beiden Arten in ihrer Heimat unterschiedliche ökologische Nischen besetzen, leben sie in Südkalifornien unter ähnlichen Bedingungen: kühler, trockener und mit weniger Baumbedeckung als in Mexiko. Ihr neues urbanes Habitat überschneidet sich stark. „Diese Annäherung der Nischen deutet darauf hin, dass Städte für die Papageien allgemeine, stabile Umwelten bereitstellen, in denen die ökologische Trennung ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete offenbar nicht mehr gilt“, erläutert Ramirez. Die Stadt hat damit sogar das Potenzial, zum Rückzugsraum für Papageien zu werden, deren Bestände in der Heimat zurückgehen. Doch in Los Angeles können sich Arten kreuzen, die in Mexiko keine Berührungspunkte haben. Das heißt, eine Population, die eigentlich als Reserve für bedrohte Papageien interessant wäre, kann durch Hybridisierung zugleich an Wert für spätere Schutzmaßnahmen verlieren.
Konfliktpotenzial
Auch in Europa bedeutet der Zugang zu wenig genutzter und damit reichlich verfügbarer Nahrung nicht, dass daraus ein konfliktfreies Zusammenleben folgt. „Das wäre definitiv zu beruhigend“, sagt Marcolin. Sobald Papageien um knappe Brutplätze konkurrieren oder ihre Nester auf menschliche Bereiche ausdehnen, werden die Folgen ihres Erfolgs messbar.
In Barcelona beispielsweise verschärft sich das Problem seit Jahrzehnten mit steigender Mönchssittich-Population. Diese brüten dort nicht in Höhlen, sondern bauen auch an Bäumen und Beleuchtungsanlagen große Gemeinschaftsnester aus Zweigen, was städtische Infrastruktur belasten kann. Das erste Nest wurde 1976 in der Stadt registriert; 2022 schätzten Forschende den Bestand auf mehr als 6.000 Tiere.
Noch unmittelbarer trifft der Erfolg einer Papageienart in Sevilla andere tierische Stadtbewohner. Im María-Luisa-Park leben Große Abendsegler, eine bedrohte Fledermausart, in Höhlen alter Bäume. Doch dieselben Höhlen sind auch bei Halsbandsittichen begehrt. Innerhalb von 14 Jahren stieg die Zahl ihrer Nester im Park um das 20-Fache; zugleich sank die Zahl der von Abendseglern genutzten Bäume um 81 Prozent. Forscher beobachteten, wie die Sittiche Fledermäuse aus ihren Höhlen vertrieben, verletzten und in einigen Fällen töteten. In Sevilla entscheidet damit nicht eine wenig genutzte Frucht über das Zusammenleben, sondern eine knappe Ressource: ein sicherer Platz für die Jungen.
Solche Befunde lassen sich jedoch nicht pauschal auf jede Stadtpopulation übertragen. Amy Leedale warnt etwa davor, die Folgen der Halsbandsittich-Ausbreitung in Großbritannien genau wie die südeuropäischen Konflikte zu behandeln: „Die Belege für schädliche Auswirkungen in Großbritannien sind begrenzt und sollten sehr vorsichtig interpretiert werden, bis wir mehr wissen.“ Wo die Bedürfnisse der Papageien jedoch mit denen von Menschen oder heimischen Arten zusammenfallen, kann aus Anpassungsfähigkeit ein konkretes Problem werden.
Die Vögel sind dabei nicht einfach in eine unveränderte Natur eingedrungen. Menschen brachten sie über den Haustierhandel in neue Regionen. Sie pflanzen Bäume, bewässern Gärten, errichten Masten und stellen Tonnen an die Straße, die Papageien nutzen können. „Es wäre gesund, auch die Perspektive dieser anderen Arten einzunehmen“, sagt Osuna Mascaró. „Wir nehmen die Natur in Besitz, und unsere Städte werden zu einer aufgezwungenen neuen Umwelt für viele Arten. Einige – jene mit flexiblerem Verhalten – nehmen das als Chance.“
Das bedeutet nicht, Schäden zu dulden oder bedrohte Arten ungeschützt zu lassen. Es bedeutet, dass die Konflikte innerhalb einer Welt entstehen, die vom Menschen geschaffen ist. Osuna Mascaró ist der Meinung, wir sollten die Begegnung mit anderen Lebewesen dort auch als Gelegenheit begreifen, „zu lernen, mit jenen anderen Wesen zusammenzuleben, mit denen wir den Planeten teilen.” //
Roman Goergen
schrieb diesen Text unter lautstarker Begleitung einer Halsbandsittich-Familie, die sich im Pflaumenbaum neben seinem Bürofenster in London eingenistet hat.
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