Text: Bettina Wurche
Im dichten Blätterdach des Amazonas-Regenwaldes schimmern Federn in bunten Blau-, Rot-, Gelb- und Grüntönen. Vom winzigen Sperlingspapagei bis hin zu beeindruckenden Aras mit meterlangen Schwänzen: Die tropischen Regenwälder des Amazonas-Gebietes beherbergen über 90 farbenprächtige Arten der Neuweltpapageien, was sie zur Region mit der höchsten Papageienvielfalt weltweit macht. Die Vögel leben oben in den Baumkronen, wo sie im dichten Blattwerk reichlich Nahrung in Form von Samen, Früchten, Blüten und gelegentlich auch von kleinen Insekten finden. Doch das farbenfrohe Federkleid hat auch Nachteile: Viele der langlebigen gefiederten Ikonen des Amazonas sind bedroht. Einst wurden sie für ihre Federn in kleinem Umfang von indigenen Stämmen erlegt, schnell weckte ihr exotisches Aussehen auch die Begehrlichkeit reicher Europäer, die die Tiere in weitaus höheren Zahlen jagten. Seitdem werden sie in immer größerem Umfang gefangen und gehandelt. Auch heute noch zahlen Liebhaber für die großen, bunten Aras und ihre Eier Höchstpreise – für vier Spix-Aras etwa 300.000 Euro.
Weltweiter Papageienschmuggel
Viele der Wilderer haben sich auf den Nestraub spezialisiert, was die Populationen doppelt belastet: Während Wilderer die Eier und Küken aus Baumhöhlen rauben, zerstören sie oft noch weitere Nester. Das zieht verheerende Folgen nach sich, da Papageien meist nur eine Brut pro Jahr aufziehen. Mehrere Studien zeigen bereits ab 2001, dass in Zentral- und Südamerika nahezu 30 Prozent aller Nester von Wilderern und nicht durch natürliche Ursachen wie Stürme oder Raubvögel zerstört wurden. Trotz scharfer Artenschutzgesetze bringt dieser Vogelschmuggel bis heute Papageien illegal auch nach Europa, viele sterben schon auf dem Transport. Die Rare Species Conservation Foundation schätzt, dass jährlich über 500.00 Papageien in Afrika, Asien und Südamerika gewildert und weltweit gehandelt werden, von denen über 75 Prozent sterben, bevor sie bei einem Käufer landen. In vielen Staaten arbeiten Artenschutzprojekte daran, die stark geschrumpften Bestände wieder zu vergrößern.
![PER,_2006:_Araraunas,_Gelbbrustaras_(Ara_ararauna)_und_Rotbaucharas_(Ara_manilata)_fressen_mineralhaltigen_Lehm._[en]_Bl](https://wsrv.nl/?url=https%3A%2F%2Faihvterbuwvtfqqqfaqf.supabase.co%2Fstorage%2Fv1%2Fobject%2Fpublic%2Farticle-images%2Ftango%2FBFFBDB7A-6FD6-4BD2-9316-79E0FAD8BFB3%2F5D02A188-89AC-463B-BEEE-42DFCCF12B32.jpg&w=900&q=85&output=webp&maxage=31d)
Aras nehmen über Lehm nicht nur Mineralstoffe auf, sondern auch Gifte. · Foto: © picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE/S.Muller








