Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Biologie/Artikel
Viele Tiere können ein natürliches Bioplastik abbauen
Biologie

Viele Tiere können ein natürliches Bioplastik abbauen

Der darmlose, nur zwei Zentimeter große Meereswurm Olavius algarvensis hat weder Darm noch Ausscheidungsorgane. Aber er kann Bioplastik abbauen, dass von seinen bakteriellen Symbionten produziert wird. · Foto: © Alexander Gruhl/ MPI für marine Mikrobiologie

Natürliche Biokunststoffe wie Polyhydroxyalkanoate (PHAs) werden von Mikroorganismen als Energiereserve produziert. Sie gelten als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen und sind vollständig biologisch abbaubar. Bislang ging man davon aus, dass nur Mikroorganismen selbst diese Stoffe wieder abbauen können. Eine neue Studie zeigt nun, dass auch zahlreiche Tiere PHAs zerlegen und als Energiequelle nutzen können.
Autor
Paula Meister
21. August 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Biologie

Bioplastik ist keine moderne Erfindung. Natürliche Polymere wie die mikrobiellen Polyhydroxyalkanoate (PHAs) kommen weltweit in Böden, Sedimenten und Gewässern vor. Mikroorganismen wie Bakterien und Archaeen bilden sie, um überschüssigen Kohlenstoff als Energiereserve für schlechte Zeiten zu speichern. Damit zählen diese Biopolymere zu den wenigen natürlich vorkommenden, vollständig biologisch abbaubaren Kunststoffen. Heute werden Polyhydroxyalkanoate auch industriell hergestellt. Dafür werden Bakterien mit Zucker, Stärke oder Pflanzenölen gefüttert und speichern dabei große Mengen PHA, das sich zu formbaren, wasserabweisenden Materialien verarbeiten lässt – eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Kunststoff.

Da die Nutzung solcher Biokunststoffe zunimmt, ist es wichtig, auch den natürlichen Abbau von PHA zu verstehen. Bisher wurde angenommen, dass nur die Mikroorganismen selbst diese Speicherstoffe abbauen können. Ob auch Tiere mikrobielle Polyhydroxyalkanoate abbauen und als Energiequelle nutzen können, war bislang nicht bekannt.

Es begann mit einem ungewöhnlichen Meereswurm

Ein Forschungsteam um Caroline Zeidler vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen hat nun untersucht, welche Enzyme Tieren den Bioplastikabbau ermöglichen könnten und wie weit verbreitet diese Fähigkeit im Tierreich ist. Die Forschenden untersuchten zunächst den Meereswurm Olavius algarvensis. Dieser kleine Wurm hat weder Mund noch Darm, sondern ernährt sich von verschiedenen Bakterien, die direkt unter seiner Haut sitzen. Der Wurm züchtet diese symbiontischen Untermieter gewissermaßen in seinem Körper und verdaut sie, wenn er Nahrung benötigt.

Taucher am Meeresgrund

Taucher sammeln im Mittelmeer Proben vom Meeresboden, in dem Olavius algarvensis unter Seegraswiesen lebt. — © Kristina Weinert/ MPI für marine Mikrobiologie

„Einer der bakteriellen Symbionten des Wurms speichert enorme Mengen Kohlenstoff in Form von PHA“, berichtet Co-Autorin Nicole Dubilier vom MPI für Marine Mikrobiologie. „Wir wollten wissen, ob der Wurm einen Weg gefunden hat, diese energiereiche Reserve zu nutzen.“ Dazu suchten die Forschenden im Wurm nach einem Enzym, das PHA abbauen kann und prüften mit hochauflösenden Aufnahmen, wo dieses Enzym im Körper des Wurms gebildet wird. Anschließend durchsuchten sie Genomdaten aus dem gesamten Tierreich nach ähnlichen Enzymen und testeten im Labor, ob ausgewählte Enzyme anderer Tierarten ebenfalls mikrobielle PHAs abbauen können.

Plastik-Abbauenzyme in mehr als 66 Tierarten

Das Forschungsteam fand im Wurm ein Enzym, das PHA in kleine Bausteine zerlegt und genau dort gebildet wird, wo der Wurm seine bakteriellen Symbionten verdaut. Das spricht dafür, dass er deren PHA als Energiequelle nutzen kann. Ähnliche Enzyme fanden die Forschenden in mehr als 66 Tierarten aus neun Tierstämmen. Die Laborexperimente bestätigten, dass auch Enzyme aus sehr weit entfernten Tiergruppen, darunter von einem Schwamm, einem Regenwurm und einem Springschwanz, mikrobielle PHAs abbauen können. „Das war die eigentliche Überraschung“, sagt Zeidler. „Es begann mit einem einzelnen Meereswurm und fand sich dann in ganz unterschiedlichen Tieren.“

Die Studie zeigt, dass neben Mikroorganismen auch Tiere am Abbau der natürlichen Biokunststoffe beteiligt sein könnten. Zudem konnten die Forschenden nachweisen, dass manche Tiere auf eine mikrobielle Kohlenstoffreserve zugreifen können, von der bisher angenommen wurde, dass sie nicht nutzbar ist. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese mikrobiellen Speicherstoffe nicht nur Nahrung für Mikroben sind“, sagt Seniorautorin Maggie Sogin vom MPI. „Bioplastik kann auch Nahrung für Tiere sein, wahrscheinlich schon seit Hunderten von Millionen Jahren, und wir entdecken das erst jetzt.“ Die Entdeckung liefert neue Einblicke in das Zusammenspiel von Mikroorganismen und Tieren. Wie stark dieser Prozess in der Natur zum Kohlenstoffkreislauf beiträgt, ist allerdings noch offen.

Quelle: Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie. Fachartikel: Nature Ecology & Evolution, doi: 10.1038/s41559-026-03153-8

BiokunststoffBioplastikBiopolymerEnzymMeereswurmPlastikabbau
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Biologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Biologie.

Alle Biologie-Artikel
Garten fit machen für den Herbst: So helfen Sie der Natur
Biologie

Garten fit machen für den Herbst: So helfen Sie der Natur

7. Oktober 2026

Im Herbst wird im Garten oft gründlich aufgeräumt. Dabei sollten Sie einiges beachten, um Tiere und Insekten zu schützen. Mit diesen Tipps gelingt es…

Falter in der Virtual Reality
natur PlusBiologie

Falter in der Virtual Reality

24. September 2026

Am Max-Planck-Institut in Konstanz steuern Totenkopfschwärmer und andere Insekten ihre eigene künstliche Realität. Forschende lernen so, wie sich die Tiere im…

Tänzer im Ozean
natur PlusBiologie

Tänzer im Ozean

24. September 2026

Seepferdchen faszinieren durch ihre anmutigen Tanzbewegungen und komplexen Paarbeziehungen, in denen die Männchen den Nachwuchs gebären.

»Seepferdchen sind unsere Botschafter für Meeresschutz« std« Überschrif
natur PlusBiologie

»Seepferdchen sind unsere Botschafter für Meeresschutz« std« Überschrif

24. September 2026

Seepferdchen sind in ihrem Bestand bedroht – sie enden vor allem als Beifang in Schleppnetzen. Sarah Foster setzt sich für den Schutz der Meerestiere ein.

← Zurück zu BiologieZur Startseite