Ein Ausbau der Beobachtungsprogramme für die Populationen von Schmetterlingen in Europa ist dringend erforderlich, meint der Biologe Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle. Das UFZ war maßgeblich an einer Studie der Weltnaturschutzunion IUCN beteiligt, die besorgniserregende Fakten zur Situation der Schmetterlinge in Europa lieferte. Danach sind 9 Prozent dieser Insekten vom Aussterben bedroht, bei einem knappen Drittel gehen die Populationen zurück, nur bei 4 Prozent nehmen sie zu. Bei etwa 55 Prozent sind die Populationen stabil.
Besonders bedroht sind unter anderem der Hochalpen-Apollofalter (Parnassius phoebus), der Madeira-Kohlweißling (Pieris wollastoni) und der Edelfalter Pseudochazara cingovskii, der in der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien lebt. Grundsätzlich sind die meisten bedrohten Arten im Süden Europas angesiedelt. Die Ursache der Gefährdung ist vor allem der Verlust von Lebensräumen, der oft eine Folge der Landwirtschaft ist. Aber auch der Klimawandel und der Tourismus tragen dazu bei.
„Wenn über bedrohte Arten gesprochen wird”, erklärt IUCN-Direktorin Jane Smart, „denken viele nur an große und markante Tiere wie Pandas oder Tiger. Aber die kleinen Arten sind genauso wichtig. Schmetterlinge etwa spielen eine wichtige Rolle als Bestäuber in zahlreichen Ökosystemen.”





