Guangzhou, das trägt zu der Überraschung bei, gilt als “Fabrik der Welt” und als Autostadt im Reich der Mitte. Honda und Toyota produzieren hier ihre erfolgreichen Serien. Nun aber soll es laut einer spektakulären Entscheidung der Stadtregierung weniger Neuzulassungen geben als bisher – insgesamt nur noch ein Drittel so viel wie bisher.
In China kommen zurzeit auf 1000 Einwohner nur 50 Autos, in Europa sind es 500.
Nur noch 120.000 Autoschilder sollen die Behörden künftig ausstellen. Zehn Prozent sind für Wagen mit einem Alternativantrieb reserviert – für Elektro- und Hybridmotoren. Eine Firma oder Privatperson darf ferner nur dann ein altes Auto durch ein neues ersetzen, wenn dieses einen geringeren Hubraum hat.
Guangzhou ist nach Shanghai, Peking und Guiyang übrigens die vierte Stadt in China, die den Autokauf limitiert – und es soll nicht die letzte bleiben. Bis 2050 könnte jedes zweite Auto in China von Strom angetrieben sein. Damit würde China die Europäische Union in Sachen umweltfreundlicher Verkehrspolitik möglicherweise abhängen. Doch so ökologisch die chinesische Verkehrspolitik anmutet, so kommt der meiste Strom doch noch immer aus Kohle- und Atomkraftwerken. Auch dort wird die Regierung umsteuern müssen.
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