Australische Chirurgen könnten bald die Ersten sein, die Schlüsselloch-Chirurgie mit einem neuen intelligenten Bildbearbeitungssystem kombinieren. Das dreidimensionale Computerprogramm kann von einem normalen Schreibtisch-PC aus bedient werden und erleichtert die Arbeit an komplexen Organstrukturen wie Blutgefäßen und ihre korrekte Ortung im Körper.
Das Team um Laurie Wilson von CSIRO Telecommunications and Industrial Physics arbeitete zusammen mit Chirurgen des Royal Prince Alfred Hospital an der Entwicklung des neuen Bildsystems. Den Ärzten liegen nun dreidimensionale Bilder des Gewebes vor, in dem sie die Operation vornehmen. Die bisherige Methode, Bilder in 2D in akkurate 3D-Modelle des Zielorgans oder der Blutgefäße umzuwandeln, kann sehr aufwändig sein, erläutert Wilson. Das neue Computerprogramm führt diese Aufgabe viel schneller aus.
Wenn Chirurgen durch einen winzigen Einschnitt operieren, können sie das Organ nicht direkt sehen. Deshalb benötigen sie zusätzliche Aufnahmen, die ihnen die genaue Lage und Form des Organs näher bringt. Aufgrund der komplexen Anatomie ist dies oft schwierig. Das mit Hilfe des neuen Computerprogramms erstellte 3D-Modell ermöglicht dem Chirurgen eine bessere Sicht und exaktere Messungen.
Die Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie liegen in der besseren Verträglichkeit. So reduziert sich die Länge des Krankenhausaufenthalts und es treten weniger post-operative Komplikationen auf.
Dr. Dagmar Knopf





