Text: Kurt de Swaaf
Einst hing man hier Tabakblätter zum Trocknen auf, aber das ist lange her. Jetzt liegt links bergeweise Gerümpel in der alten Scheune, während im rechten Teil allerlei rostige Landwirtschaftsgeräte kreuz und quer durcheinanderstehen. Der Ort würde sich gut als Schauplatz für einen Gruselfilm eignen.
Tatsächlich treiben sich hier ab und an geheimnisvolle Besucher herum. Das Gebäude soll abgerissen werden, um Platz für eine neue Wohnanlage zu schaffen. Zuvor steht allerdings noch eine artenschutzrechtliche Untersuchung an. Leben hier vielleicht Fledermäuse oder andere geschützte Tiere? Bei genauerem Hinsehen entdeckt man verräterische Spuren: Am Boden liegt genau unter einem Querbalken etwas kleines Graubraunes, das im ersten Moment wie Kot aussieht. Doch der Schein trügt. Aus der Nähe betrachtet besteht der Klumpen zu einem Großteil aus Haaren, zwischen denen weiß der Unterkiefer einer Maus hervorleuchtet. Klarer Fall: ein Gewölle. Dort oben im Dachfirst saß offenbar eine rastende Schleiereule und hat die unverdaulichen sterblichen Überreste ihrer Mahlzeit wieder ausgewürgt. Ein Nest indes lässt sich bei der weiteren Suche nicht entdecken.





