Soldaten riskieren im Krieg nicht nur ihr Leben. Sie können durch traumatische Kriegserlebnisse auch einen Teil ihrer geistigen Fähigkeiten verlieren. Das ergaben Untersuchungen an Veteranen des Vietnamkriegs, berichtet das Fachblatt “Neuropsychology” (Bd. 16).
Forscher vom “Veterans Affairs Medical Center” in New Orleans fanden bei traumatisierten Vietnam-Veteranen bleibende Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis und eine verminderte Fähigkeit, neue Dinge zu erlernen. “Verglichen mit Krankheiten wie Alzheimer sind die Beeinträchtigungen milde”, erklärt Studienleiterin Jennifer Vasterling. “Trotzdem haben die Veteranen im täglichen Leben mit ihnen zu kämpfen, vor allem mit der schlechten Konzentration.”
Etwa jeder dritte Vietnam-Veteran kam mit einem Trauma aus dem Krieg zurück, unter dem er bis heute leidet. Bei den Betroffenen wurden die für das Gedächtnis wichtigen Belohnungssysteme im Gehirn sowie das Stirnhirn in seiner Funktion beeinträchtigt, vermuten die Forscher.
In einer weiteren Untersuchung stellten die Forscher fest, dass Soldaten mit einem hohen Intelligenzquotienten ihre Erfahrungen besser verarbeiten konnten und daher seltener traumatisiert wurden. Vasterling und ihre Kollegen empfehlen daher, bei Soldaten nicht nur das Kriegshandwerk, sondern auch die intellektuellen Fähigkeiten zu trainieren. Dass Soldaten ein Leben lang an einem Kriegstrauma leiden können, ist unter Ärzten und Forschern seit entsprechenden Untersuchungen von Veteranen des Ersten Weltkrieges bekannt.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





