Menschen können in Innenräumen höheren Konzentrationen an Luftschadstoffen ausgesetzt sein als im Freien. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der britischen University of Bradford anhand von Computer-Modellrechnungen. Mike Ashmore und sein Team vom Departement of Environmental Sciences stellten fest, dass beim Kochen oder Rauchen in Innenräumen kurzfristig Konzentrationen an Stickstoffdioxid und anderen Luftschadstoffen auftreten können, die wesentlich höher sind als der Gehalt an Schadstoffen in der Außenluft. Das Schadstoffniveau war dabei umso höher, je weniger Luftaustausch im Gebäude stattfand. Dies sei insbesondere bei stark wärmegedämmten Energiesparhäusern der Fall, so die Wissenschaftler. Wurden im Inneren dieser Häuser jedoch keine luftverunreinigenden Stoffe freigesetzt, lag der Schadstoffgehalt dort insgesamt niedriger.
“Menschen verbringen die meiste Zeit in Gebäuden und nicht im Freien und sind dadurch zu Hause, in Fahrzeugen und in Gaststätten eventuell hohen Konzentrationen von schädlichen Stoffen ausgesetzt. Unsere Arbeit zeigt, dass Personen durch Schadstoffquellen in Innenräumen genauso stark beeinträchtigt werden können, wie durch den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen und Kraftwerken, dem aber bisher die meiste Aufmerksamkeit gewidmet wurde”, zieht Mike Ashmore Bilanz.
Das von den Wissenschaftlern eingesetzte Computermodell soll Experten in Zukunft dabei unterstützen, die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Schadstoffe im Innen- und Außenbereich zu kontrollieren.
Almut Bruschke-Reimer





