Toxoplasmose-Parasiten könnten Schizophrenie auslösen. Diesen Verdacht hegen britische Forscher, nachdem sie bei dem simplen Einzeller ein für diese Evolutionsstufe ungewöhnliches Enzym entdeckt haben: Es synthetisiert den Gehirnbotenstoff Dopamin.
Toxoplasmen sind vor allem als Katzenparasiten bekannt, Menschen infizieren sich meist über den Kot der Tiere. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft gilt als hochgefährlich, da der Parasit den Fötus schwer schädigen kann. Die meisten Infektionen verlaufen aber völlig harmlos. Fast jeder dritte Mensch – so schätzen Wissenschaftler – ist unbemerkt mit dem Parasit infiziert. Dieser nistet sich, in Zysten verborgen, dauerhaft im Gehirn ein. Hier dürfte das nun entdeckte Enzym den Dopamin-Haushalt gehörig durcheinander wirbeln. Der Botenstoff steuert neben der Stimmung auch das Sozialverhalten und den Schlaf. Und zu viel Dopamin leistet der Schizophrenie Vorschub – alle Medikamente gegen die psychische Erkrankung hemmen seine Wirkung.
Schon früher war aufgefallen, dass schizophrene Patienten verdächtig oft mit Toxoplasmen infiziert sind. Befallene Mäuse – die natürlichen Zwischenwirte des Parasiten – verhalten sich auffällig: Sie verlieren ihre angeborene Scheu vor Katzen. Das könnte auch der biologische Grund für die Dopamin- Überproduktion sein. Denn der Erreger vergrößert so seine Chance, in einer Katze zu landen.





