In einem zwölf Wochen dauernden Experiment setzten sie hundert geschlechtsunreife Karpfen unterschiedlichen Wasserbedingungen aus: Die Hälfte wuchs in normalem Flusswasser heran, die andere Hälfte in Wasser mit nur 15 Prozent des normalen Sauerstoffgehalts.
Verschiedene Messwerte, die mit der Fortpflanzungsrate der Fische zusammenhängen, verändern sich unter Sauerstoffmangel, stellten die Hong Konger Forscher fest. So fanden sie bei unter Sauerstoffmangel leidenden Karpfen Veränderungen des Hormonhaushalts, eine verringerte Spermien- oder Eizellenproduktion und verkleinerte Geschlechtsorgane. Zudem schlüpften aus den Eiern dieser Karpfen weniger Jungfische, von denen auch nur fünf Prozent bis zum Ende des Experiments überlebten ? im Gegensatz zu 90 Prozent in der Gruppe, die unter normalen Bedingungen aufwuchs.
“Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese hormonellen Störungen auch bei anderen Fischen und bei Amphibien vorkommen”, sagt Wu. Karpfen seien nämlich im Vergleich zu anderen Fischarten relativ unempfindlich gegen Sauerstoffmangel. Sauerstoffarmut in Gewässern werde sich aufgrund von Bevölkerungswachstum und Erderwärmung weiter ausbreiten, erklärt der Hong Konger Forscher. Dadurch stelle sie ein wesentlich größeres Problem für den Fischbestand dar als Pestizide und Schwermetalle, die ebenfalls häufig in Gewässern zu finden sind.





