Die Ausbreitung von Seuchen und anderen Infektionen lässt sich auf Satellitenbildern präzise genug nachvollziehen, um Kontrollstrategien zu entwickeln. Vor allem könnten auf diese Weise jene Regionen identifiziert werden, wo zuerst Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssten, berichtet ein französisch-thailändisches Forscherteam. Die Wissenschaftler konnten an den Daten einer Dengue-Fieber-Epidemie in den Jahren 1997 und 1998 zeigen, dass sich die räumliche und zeitliche Ausbreitung einer Infektionskrankheit aufgrund verschiedenster Begünstigungsfaktoren wie Siedlungsdichte, Art der Ansteckung oder Wetterbedingungen relativ genau vorhersagen lässt.
Im Abgleich der Satellitenbilder mit Epidemie-Daten identifizierten die Forscher des französischen Institut de Recherche pour le Dévelopement (IRD) und des Zentrums für Impfstoff-Entwicklung der thailändischen Mahidol-Universität die wahrscheinlichsten “Brutstätten” der Epidemie. Sie analysierten die Landsat-Satellitenbilder auf Wärmeabstrahlung und auf Bildinformation wie Vegetations-, Gebäude- und Straßendichte, Wasservorkommen und ähnliche Faktoren.
Eine Epidemie bricht aus, wenn sich das empfindliche Gleichgewicht aus Bevölkerungsdichte, Regenwetter und Mückenvermehrung oder auch dem Anteil der immunen Personen verschiebt. Unter anderem machten die Satellitenbilder deutlich: Das Virus – mit oder ohne Mücken – gelangte über die Fernstraßen auch in weit entfernte Gegenden, wo sich ein neues Nest der Epidemie entwickeln konnte.
An der Virenkrankheit Dengue-Fieber, die in rund 100 tropischen Ländern vorkommt, erkranken nach Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 50 Millionen Menschen. Die Mücke Aedes aegypti überträgt die vier Typen der Flavivirus-Familie auf den Menschen. An der gefährlichsten Variante, dem hämorrhagische Dengue-Fieber, sterben rund 15 Prozent der Patienten. Überlebende sind immun gegen die jeweilige Virus-Variante.
Dörte Saße





