Sie kombinierten für ihre Untersuchungen Satelliten-Informationen über Vegetation und Niederschläge mit GPS-Daten der Tiere. Diese stammten von Sendern, die einigen der wandernden Zebras angebracht worden waren. Die Informationen über die Entwicklung der Vegetation lieferten Messinstrumenten zweier NASA-Satelliten, die bestimmte Wellenlängen des Lichts erfassen können, die durch grüne Pflanzenteile reflektiert werden. Zusätzlich gaben weitere Satelliten-Daten genaue Informationen über die Regenfälle und Niederschlagsmengen in der Region. Durch diese Kombination konnten die Wissenschaftler also genau erfassen, wie die Tiere auf bestimmte Umweltveränderungen reagieren.
Wie ein Zebra denken
So zeigte sich, dass Zebras beim Start der Wanderbewegungen nicht einer inneren Uhr folgen und sich auf der Tour auch nicht in einem gleichmäßigen Tempo fortbewegen. Sie orientieren sich dagegen tatsächlich an der Entwicklung der Vegetation und den Niederschlägen in ihrer Umwelt. Aus diesen Daten entwickelten die Forscher schließlich Modelle dazu, welche Umgebungsvariablen das Wanderverhalten der Zebras bestimmen. So konnten sie sich gleichsam in die Tiere hineinversetzen und ihre „Entscheidungen” voraussagen. Die Forscher waren nach eigenen Aussagen erstaunt, wie genau die Prognosen ausfielen.
Beck und seinen Kollegen zufolge eignen sich Satellitendaten vermutlich auch zur Untersuchung der Migrationsbewegungen anderer Tierarten. Bessere Informationen und Voraussagen über die Eigenschaften diese Bewegungen könnten dabei in vielerlei Hinsicht wertvoll sein. Beispielsweise in der Landwirtschaft: Wann Tiermassen durch bestimmte Regionen ziehen, kann für die Planung von Aussaat und Ernte wichtig sein. Natürlich würde auch der Tierschutz von solchen Informationen profitieren und sogar der Tourismus: Wer das Spektakel wandernder Tiermassen beobachten will, muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.





