Salmonellen nutzen ein Eiweiß als eine Art Heftklammer, um in die menschlichen Darmzellen zu gelangen. Das Protein mit Namen SipA verändert die Gestalt der Zellen so, dass diese sich rund um die Erreger legen und die Bakterien so in sich aufnehmen. Das berichten amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science (Ausgabe vom 26. September).
Salmonellen sind Bakterien, die vor allem durch verdorbene Nahrungsmittel wie beispielsweise Hühnereier oder auch über tierischen Kot aufgenommen werden. Weltweit verursachen die Erreger jährlich mehr als eine Milliarde Neuerkrankungen und über drei Millionen Todesfälle. Bisher war der genaue molekulare Mechanismus nicht bekannt, über den die Salmonellen in die Darmzellen eindringen.
Doch nun konnten Erec Stebbins von der Rockefeller-Universität in New York und seine Kollegen mithilfe einer Kombination aus Röntgenmethoden und Elektronenmikroskopie den bakteriellen Angriff aufklären. Verantwortlich dafür ist das Eiweiß SipA, das Proteine der Darmzellen, die so genannten Aktine, zu langen Fasern zusammenheftet ? vergleichbar mit Stahlträgern, die beim Bau eines Wolkenkratzers miteinander verschweißt werden, verdeutlicht Stebbins den Vorgang.
Die Aktin-Proteine bilden normalerweise das Gerüst der Zelle und können sich dynamisch und frei im Zellinneren bewegen. Indem SipA die Kontrolle über diese Proteine übernimmt, verändert es Größe und Form der gesamten Darmzelle zum Vorteil der Salmonellen. Interessant ist laut Stebbins, dass viele Bakterien ein ähnliches System anwenden, um in die Zellen ihrer Opfer zu gelangen. Die Aufklärung der Wirkweise des SipA-Proteins sei daher ein entscheidender Schritt gewesen, gerade auch im Hinblick auf die dringend nötige Entwicklung neuer Medikamente.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





