Es war eine Zeit des Umbruchs: Die Ermordung Julius Caesars im März 44 v. Chr. löste einen intensiven Machtkampf in der antiken Welt aus. Er führte zum Ende der Republik, zum Aufstieg des römischen Kaiserreiches und besiegelte auch das Schicksal der Dynastie der Ptolemäer: Der Versuch Kleopatras, Ägypten erneut als Großmacht im östlichen Mittelmeerraum zu etablieren, scheiterte. Zu den komplexen Faktoren dieser Entwicklungen gehört historischen Quellen zufolge auch das Klima. In der Zeit um Julius Cäsars Tod wurde es demnach plötzlich sehr kalt und nass in der Mittelmeerregion und die für die Fruchtbarkeit wichtigen Nil-Überschwemmungen fielen aus. Die Folgen waren Missernten, Hungersnöte, Seuchen und Unruhen, die in der instabilen politischen Lage dieser Ära eine wichtige Rolle spielten.
Es gab bereits Vermutungen, dass ein Vulkanausbruch die abrupte Klimaveränderung verursacht haben könnte. Doch wann und wo eine entsprechend große Eruption stattgefunden hat, blieb unklar. Die Forscher um Joe McConnell vom Desert Research Institute in Reno haben nun den Vulkan Okmok vor Alaska als Verantwortlichen identifiziert. Anhand von Simulationen verdeutlichen sie zudem, welche klimatischen Folgen der Vulkanausbruch auf die antike Welt gehabt haben könnte. „Es ist faszinierend, Belege dafür zu finden, dass die Eruption eines Vulkans auf der anderen Seite der Erde womöglich zum Untergang der Römischen Republik und Kleopatras beigetragen hat“, sagt McConnell.
Ein Vulkanausbruch mit Klimafolgen
Die Grundlage der Studie bildete die Analyse eines Eisbohrkerns aus Grönland: Die Wissenschaftler entdeckten darin eine Schicht von feinster Vulkanasche. Diesen Befund verglichen sie anschließend mit Ergebnissen von weiteren Bohrkernen aus Grönland sowie aus Russland. So zeichnete sich ab, dass sich im Jahr 43 v. Chr. einer der größten Vulkanausbrüche der letzten 2500 Jahre ereignet hat. Als Nächstes führten die Forscher eine geochemische Analysen der aus dem Eis extrahierten Asche durch, um Vergleiche mit dem Material von infrage kommenden Vulkanen zu ermöglichen. So konnten die Wissenschaftler den Okmok als Quelle identifizieren.
Wie sie berichten, passen die heutigen Merkmale dieses Vulkans zu der gigantischen Eruption vor rund 2000 Jahren: Sein Krater besitzt einen Durchmesser von zehn Kilometern. Wie aus den Modellrechnungen der Wissenschaftler hervorgeht, schleuderte der Vulkan schwefelhaltige Gase und Asche über 30 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Dies hatte langanhaltende globale Folgen: Kleinste Schwefelsäure-Tröpfchen verblieben über zwei Jahre lang in der Atmosphäre und schirmten in der nördlichen Hemisphäre Teile des Sonnenlichts ab.





