Diese Verdriftungs-Theorie wird auch durch andere Daten gestützt: Besiedlungen durch Vorfahren aus Asien erfolgten hauptsächlich zu jener Zeit, als zwischen Madagaskar und Asien noch eine relativ geringe Meerenge bestand. Und Besiedlungen aus Afrika wurden sehr selten, nachdem die vorherrschenden Winde begannen, in die “falsche” Richtung zu wehen und somit Tiere eher von Madagaskar nach Afrika als von Afrika nach Madagaskar zu treiben. “Seit 15 Millionen Jahren kamen kaum noch neue Tiergruppen über das Meer nach Madagaskar, so dass die Tierwelt Madagaskars in fast völliger Isolation ihre heutigen Spezialisierungen entwickeln konnte”, so Vences. Entscheidend für die Artenvielfalt war dabei der tropische Regenwald: Nur solche Tiergruppen, die sich an diesen Lebensraum anpassen konnten, fächerten sich in eine große Artenfülle auf.
Der größte Feind der Exoten kam dagegen erst vor etwa 2000 Jahren nach Madagaskar: Wer sonst als der Mensch? In dieser kurzen Zeit schaffte er es, Riesenschildkröten, Riesenlemuren und Riesenvögel auszurotten. Dr. Angelica Crottini, eine der Mitarbeiterinnen des Braunschweiger Teams, betont: “Nur durch eine Intensivierung der Naturschutzbemühungen kann diese einzigartige Fauna gerettet werden”.





