Bis 1991 gingen Forscher davon aus, dass riffbildende Glasschwämme seit 100 Millionen Jahren ausgestorben sind – bis man vor der kanadischen Westküste ein solches Riff entdeckte. Jetzt fanden Wissenschaftler um Paul Johnson von der University of Washington vor der Küste des US-Bundesstaates Washington in 200 Meter Tiefe ein zweites Riff aus Glasschwämmen. Allerdings unterscheidet es sich von seinem kanadischen Pendant in einem wesentlichen Punkt: Die Lebewesen ernähren sich nicht von „ normalen” Bakterien und Algen, sondern vor allem von Bakterien, die Methan fressen. Das Gas tritt in der Nähe des Riffs aus dem Meeresboden aus.
„Das ist eine aufregende Entdeckung”, sagt Johnson, „ wir haben es hier mit einem völlig neuen Ökosystem zu tun, dessen Grundlage Methan ist.” Obwohl die Umgebung der Fundstelle eher karg ist, leben im Riff zahlreiche Tiere wie Krabben, Sardinen und Garnelen.





