Vor rund 252 Millionen Jahren, am Übergang vom Perm zur Trias, starben nach großen Vulkanausbrüchen mehr als drei Viertel der damals lebenden Spezies aus. In den folgenden Millionen Jahren entstand auf der Erde eine neue Fauna, die unter anderem einige der größten Lebewesen hervorbrachte, die jemals auf unserem Planeten gelebt haben. Dazu zählten sowohl einige der an Land lebenden Dinosaurier als auch Vertreter der Ichthysaurier, deren Vorfahren zwar an Land lebten, die aber selbst ähnlich wie heutige Wale und Delfine die Ozeane bewohnten.
Riesen-Saurier aus dem Ozean
Einen sehr frühen Meeresgiganten hat nun ein Team um Martin Sander von der Universität Bonn beschrieben: Cymbospondylus youngorum. „Der Ozeanriese lebte vor 246 Millionen Jahren, nur etwa drei Millionen Jahre nach dem Auftreten der ersten Ichthyosaurier“, berichten die Forscher. Entdeckt haben sie das riesige Skelett in einer Gesteinseinheit namens Fossil Hill Member in den Augusta Mountains in Nevada (USA). Schon 1998 waren dort erste Wirbel zum Vorschein gekommen. „Die Bedeutung des Fundes war lange nicht ersichtlich, da nur einige wenige Wirbel am Rande der Schlucht freigelegt wurden“, erzählt Sander. „Die Anatomie der Wirbel ließ jedoch vermuten, dass das Vorderende des Tieres noch in den Felsen verborgen sein könnte.“
Tatsächlich fand sein Team bei Ausgrabungen 2011 den gut erhaltenen, zwei Meter langen Schädel des riesigen Meeresreptils, zusammen mit Überresten der Vorderflossen und des Brustbereichs. Die Forscher datierten den Fund auf ein Alter von 246 Millionen Jahren. Anhand der Größe der erhaltenen Knochen, insbesondere des Schädels, schätzten sie die Gesamtlänge des Tieres auf mindestens 17 Meter – also etwa so groß wie ein heutiger Pottwal. Damit handelt es sich bei dem neu entdeckten Meeressaurier um das wahrscheinlich größte Tier seiner Zeit. „Soweit wir wissen, war es sogar das erste riesige Lebewesen, das jemals auf der Erde gelebt hat“, sagt Sander.

Evolution im Rekordtempo
Die Evolution zum Riesenwuchs verlief den Forschern zufolge bei Cymbospondylus youngorum erstaunlich schnell – innerhalb von nur drei Millionen Jahren seit dem Aufkommen der ersten, noch sehr kleinen Fischsaurier. „Während die Wale etwa 90 Prozent ihrer 55 Millionen Jahre dauernden Geschichte benötigten, um sich zu Riesen zu entwickeln, gelang dies den Ichthyosauriern – am Beispiel von C. youngorum – im ersten Prozent ihrer 150 Millionen Jahre währenden Geschichte“, schreiben Lene Delsett und Nicholas Pyenson vom National Museum of Natural History in Washington in einem begleitenden Kommentar zur Studie.





