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Rhön: Land der offenen Fernen
Die Rhön ist eine einzigartige und unverwechselbare, offene und weite Landschaft. Hutebäume, kleine Sumpfgebiete und Borstgrasrasen bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten Schutz. Wie Landwirte und Naturschützer diese Region nutzen und schützen.
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Text: Oliver Abraham
Was für eine Aussicht! Auf die Wasserkuppe und die nahe Steinkopfhute, auf die Berge Schafstein und Milseburg in der Ferne. So weit die Sicht, so frei. Und kaum ein Menschenwerk belästigt den Blick. Nicht mal Windkraftanlagen – die muss man hier in der Regel mit dem Fernglas suchen. Ungestörtheit bis zum Horizont. Ungewöhnlich ist das, mitten in Deutschland. Ich wandere über die „Lange Rhön“, ein Naturschutzgebiet im bayerischen Teil der Rhön, und habe das Gefühl, dies in einer Savanne zu tun – Gras bis zur nächsten Kuppe und darüber hinaus. Darin einzelne Bäume wie Skulpturen. Vom Wind verdreht und verbogen, sehr viel älter als sie aussehen, wie riesenhafter Bonsai. Man kann sich hier im Schauen verlieren und die Zeit vergessen in diesem großen Raum.
Und was für Vogelstimmen: ein Kreischen, Krächzen oder Keckern am gerade verlassenen Waldrand, und nun ein fröhliches Zwitschern und Singen hier. Da! Da war es wieder, das kehlige Kollern, ansteigend, mal hohl, mal hölzern, schließlich ein tiefes Glucksen. Was ist das? Leider bin ich in Vogelkunde nicht sehr firm. Aber den Vogel, der in den Himmel steigt und sein Liedchen singt, halte ich für eine Lerche. Einen elegant am Himmel segelnden Milan habe ich an seinem Gabelschwanz auch schon erkannt. Und als ich mich vorhin unter einer Birke zu einer Rast niederließ, hat sich ein anderer in die Luft geschwungen: ein Falke. Was für eine Gegend … und was für eine Geschichte, wie ich am nächsten Tag erfahre.
Lebendige Kulturlandschaft
Ich treffe mich mit Elmar Herget, Sachgebietsleiter Naturschutz für den hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, zu einem Rundgang am Berg Steinkopf. Das vielfältige Landschaftsbild der Rhön wird geprägt von Wiesen und Weiden, von ursprünglichen und naturnahen Buchenwäldern – und zumeist baumfreien Berghängen: Dieses Mittelgebirge wird deshalb das „Land der offenen Fernen“ genannt. Genau das ist hierzulande selten und in dieser Größe etwas ganz Besonderes. Entstanden ist die Landschaft durch eine jahrhundertelange extensive Bewirtschaftung durch den Menschen. Die Rhön ist eine Kulturlandschaft und kein Urzustand – dabei aber voller Leben. „Da diese Nutzung relativ schonend erfolgte, konnten hier viele, anderswo oft längst verschwundene, Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum finden und sich bis heute erhalten“, sagt Elmar Herget, „die Rhön ist auch deshalb ein buntes Mosaik des Lebens, weil es hier unterschiedliche Ökosysteme und Lebensräume auf relativ engem Raum gibt.“
Die Rhön liegt im Dreiländereck Hessen, Bayern und Thüringen. Sie beherbergt unter anderem ein einzigartiges artenreiches Berggrünland, wie etwa Borstgrasrasen und Bergmähwiesen. Aber: Die historischen Bewirtschaftungsformen, die zu ihrer Entstehung führten, lohnten sich irgendwann nicht mehr, viele wertvolle Flächen – zum Beispiel Hutungen und Magerrasen – gingen mit der Zeit verloren, weil sie nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form genutzt wurden. Das aber müssen sie unbedingt, soll der wertvolle Lebensraum erhalten bleiben. „Die veränderte Landnutzung in den vergangenen Jahrzehnten hat dazu geführt, dass Wiesen heute als der am stärksten bedrohte heimische Lebensraum überhaupt gelten. Weder die Intensivierung noch die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung tun der Artenvielfalt gut“, betont Elmar Herget.
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Heute arbeiten Naturschützer und Landwirte Hand in Hand. Sie beleben die alten Wirtschaftsformen mit historischen, den rauen Bedingungen angepassten Nutzviehrassen – von denen auch einige vom Aussterben bedroht sind. Sie fanden Absatzmärkte für das „Biofleisch“ von Rind und Lamm, und sie arbeiten zusammen, um die bedrohte und facettenreiche Flora und Fauna zu erhalten, denn nur wenige Regionen in Europa sind so reich daran. Diese Landschaft ist nicht nur ein Naturerbe, sie ist auch ein Kulturerbe. Und stolz sind alle darauf. Auch darauf, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Damit das so bleibt, gab es zum Beispiel das LIFE-Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“, mit einem Fördervolumen von mehr als sieben Millionen Euro, das von 2016 bis 2024 lief.
Wiederherstellung der Hutungen
Eine der wichtigsten Maßnahmen des LIFE-Projektes war die Entbuschung von Hutungen. Diese Gebiete sind schwer zu bewirtschaften und für die moderne Landwirtschaft meist wirtschaftlich sinnlos. Deshalb wurden sie in den vergangenen Jahren größtenteils aufgegeben. Büsche wie Schlehe oder Weißdorn wuchsen zügellos und drängten die typischen Wiesenpflanzen immer weiter zurück, die Artenanzahl nahm ab, die Gebiete verarmten. Immer mehr Hutungen verschwanden. Diese Entwicklung rückgängig zu machen, ist extrem aufwendig. Doch mit Motorsäge und viel Manpower konnten im Rahmen des Projekts mehr als 500 Hektar von dem wuchernden Gebüsch befreit werden, regionale Schwerpunkte waren der Buchschirm, Simmelsberg sowie die Melpertser und Seifertser Hute. „Bei der Auswahl der Huten stand die Sicherstellung der langfristigen Nutzung im Vordergrund – eine enge Abstimmung mit örtlichen Weidegemeinschaften und einzelnen Landwirten war besonders wichtig, da sie die weitere Landschaftspflege übernehmen“, berichtet Elmar Herget.
Wir gehen über eine weite, freie Fläche unter dem bewaldeten Steinkopf an der Grenze zwischen Hessen und Bayern, Elmar Herget sagt: „Diese Hute am Steinkopf ist für uns die Ideal-Hute, hier ist fast alles gelungen, hier sind alle Zielarten des LIFE-Projektes drauf! Und die Weidegemeinschaft kann die Fläche nutzen. Es ist ein Spagat zwischen Nutzung und Naturschutz, aber diesen Spagat müssen wir hinbekommen, hier passt auch das Verhältnis von der Anzahl der Weidetiere zur Größe der Weidefläche, sodass auch genügend ungestörte Bereiche für die Bodenbrüter verbleiben.“
Die Hutebäume benötigten ebenfalls Aufmerksamkeit. „Wir haben auch Hutebäume nachgepflanzt“, sagt Herget, „denn wenn wir jetzt nicht aufpassen, verlieren wir das Zeitfenster. Die alten Hutebäume sterben infolge der Witterungsveränderungen, wie zum Beispiel längere Trockenzeiten oder höhere Temperaturen, schneller als gedacht. Die neuen Hutebäume aber brauchen mindestens 100 Jahre, bis sie die Leistungen erbringen, für die sie so wichtig sind.“ Das sind Höhlen im Stamm als Lebensraum für Vögel wie Spechte, Käuzchen und Baumpieper sowie für die Bechstein-Fledermaus. Es dauert auch Generationen, bis sich Risse und Totholz bilden, die für Insekten lebenswichtig sind – jeder einzelne Hutebaum ist ein Mikro-Habitat für sich.
„Auf der Steinkopfhute finden auch Neuntöter und Raubwürger reichlich Mäuse und Insekten, die sie auf den Dornen der Weißdorne aufspießen“, ergänzt Herget noch, „deshalb wollen wir auch nicht alle Büsche entfernen, sondern nur auslichten und eindämmen.“ Die Mischung machts. Am Rand der großflächigen Hute kommt auch der seltene Goldene Scheckenfalter vor, dessen Larven den Teufelsabbiss brauchen. „Von dieser Pflanze haben wir an geeigneten Standorten im Umfeld des Roten Moores rund 18.000 nachgepflanzt. Das hat sich bezahlt gemacht, mit dem Falter haben wir die Kurve gekriegt, sonst wäre er wohl verloren gegangen“, berichtet Elmar Herget, „die Neuanlage von Trittsteinbiotopen und die Etablierung weiterer Teilpopulationen sind ein gutes Fundament für die Erhaltung des Goldenen Scheckenfalters. Wir haben die Population gerettet, sie stabilisiert und versuchen jetzt, sie wieder in die Fläche zu bekommen.“
Um noch zwei weitere Arten haben sich die Naturschützer gekümmert. Ein Viertel der Bekassinen und sogar zwei Drittel des Wachtelkönigs kommen hessenweit nur in der Rhön vor. Ihre Bestände konnten auf den Hutungen und den Feuchtgrünländern um das Rote Moor ebenfalls stabilisiert werden. „Nun hoffen wir auf ein Anwachsen des Bestandes“, sagt Elmar Herget, „die extensive Beweidung mit den Rindern stört nicht, im Gegenteil – die Bekassine beispielsweise braucht offene Stellen, die durch den Viehtritt entstehen, um hier mit ihrem langen Schnabel nach Würmern, Insektenlarven zu stochern. Das funktioniert nur so, das ist eine sehr gute Kooperation mit der Landwirtschaft.“
Hutungen waren historisch dem jeweiligen Dorf zugeordnet, jedes Dorf hatte seine Hute, es war gemeinschaftlicher Weidegrund, das Vieh wurde im Dorf von Hirten, den Hütejungen, eingesammelt und hinaufgetrieben. Wanderschäfer zogen im Herbst von Hute zu Hute und haben mit ihren Schafen und Ziegen nachgeweidet. „Diese Multi-Spezies-Beweidung war ideal. So können wir es auch machen. Wenn mit Rindern beweidet worden ist, können wir mit Ziegen nachsteuern und so die Vegetationsentwicklung dieser Flächen optimieren“, sagt Elmar Herget. Wir hören Grünspecht, Rotschwänzchen, Goldammern und Kolkraben. Ein Schwarzstorch fliegt vorbei. Auch Würgerarten wie Raubwürger und Neuntöter sind auf den offenen Wiesen und Weiden unterwegs und sitzen in den dornigen Büschen von Schlehe oder Weißdorn.
Bei einem, der das Wasser liebt
Ein neuer Tag in der Rhön: Dicke Wolken am Himmel, Wind, Regen, es ist kalt. Die Stiefel schmatzen im Wasser, überhaupt ist hier überall Wasser. Der bestimmende Berg, die Wasserkuppe, hat den passenden Namen. Die Quellen von Fulda, Lütter und Ulster liegen in Wandernähe, dazu viele weiteren Quellen. Ein paar Kilometer von der Steinkopfhute an einem Seitental hat Markus Hofmann seit zehn Jahren seine Flächen. Der Landwirt im Nebenerwerb bekommt im Frühjahr Rinder der Rasse Rotes Höhenvieh als Pensionstiere, mit ihnen beweidet er bis in den Herbst seine rund acht Hektar, gelegen zwischen dem Tal der jungen Fulda und dem Roten Moor. Er ist einer derer, die die Fläche so bewirtschaften wollen, wie es in der Rhön typisch war. „Für mich kam nur das Rote Höhenvieh infrage“, sagt er, als wir auf der Weide stehen und die Böen Graupelschauer über die Berge treiben, „das grast die Fläche sauber ab, kann die oft harsche Witterung gut vertragen und richtet kaum Flurschäden an.“
Für Letztere ist die Fläche von Markus Hofmann besonders anfällig – aus einem guten Grund: Hier tritt wieder viel Wasser aus, nachdem er einige ehemalige Quellen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit Plastikdrainagen und Tonröhren verbaut und verrohrt worden waren, wieder freigelegt hat. Nun fließt das Wasser wieder auf natürlichem Wege, drückt aus dem Boden, bildet kleine Sümpfe, murmelt durch einen neuen Bach, dem er sogar einen Namen gab. Doch dort, wo das Wasser aus dem Boden drückt, kann der Grund auch schnell zu Matsch werden. „Hier lasse ich die Rinder nur für eine Woche drauf, denn der Quellbereich ist besonders wertvoll und verletzlich“, berichtet Markus Hofmann, der schon im zeitigen Frühjahr Laich von Amphibien dort findet.
In der Vergangenheit fand er Unken nur dort, wo Drainagen kaputt waren und deshalb Wasser an die Oberfläche trat. Seine Idee daher: „Hier mache ich Gewässerschutz. Ich versuche, auf jeder meiner Flächen etwas zu finden, das schützenswert ist.“ Wenn irgendwo schon Unken leben, warum nicht mehr? Warum nicht alles Wasser freilegen, den Amphibien mehr Lebensraum geben? Dazu mussten zugewachsene Gräben wieder freigelegt und Feuchtbiotope von Büschen befreit werden. Fachlich standen Hofmann Leute vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zur Seite, dazu in Sachen Quellen die Experten der Naturschutzbehörden. Die Mühe hat sich gelohnt. „In den vergangenen zehn Jahren waren fünf Sommer zu trocken, viele Bäche und Quellen waren ausgetrocknet – hier ist das Wasser durchgehend geflossen“, berichtet Hofmann. Alles ist wieder im Fluss, ist wieder Lebensraum für Amphibien, wird mehr werden und seinen Beitrag zum Ganzen leisten. Denn: Amphibien sind beispielsweise auch Vogelfutter, etwa für den seltenen Schwarzstorch. Er braucht die Wiesen mit ihren Quellen, Bächen und versumpften Bereichen als Nahrungsquelle. Seine Jungen zieht der Schwarzstorch in den nahen Buchenwäldern groß. So hängt hier alles miteinander zusammen. Wetter und Wasser, Vieh und Fläche, Amphibien und Vögel. Flog nicht letztens ein Schwarzstorch über die nahe Steinkopfhute?
Bergmähwiesen und Borstgrasrasen
Seit ein paar Tagen ist das Wetter wieder schön. Die Sonne hat das Gras auf den Hängen getrocknet. Ich liege auf einer Wiese und rieche Heu, Würziges wie Thymian und etwas, das an Hustensaft aus Kindertagen erinnert. Ich höre ferne Kirchenglocken, herangeweht vom sachten Wind, Insektengesumme, Vogelgezwitscher – und einen Trecker. Zeit, aufzustehen!
Stefan Weber aus Poppenhausen hält eine Herde von rund 40 Angus-Rindern, mit ihnen betreibt er Landschaftspflege auf seinen Flächen unterhalb der Wasserkuppe, dem höchsten Berg der Rhön. Einiges Land ist schon lange im Besitz seiner Familie, anderes war im Zuge der Modernisierung der Landwirtschaft als nutzlos eingestuft und bis Anfang der 90er Jahre zu Schleuderpreisen verkauft worden. Stefan Weber griff damals zu. Heute sind die Flächen sein Kapital. Er pflegt die für den Naturschutz wertvollen Weiden mit Rindern und seine Leistungen werden aus Mitteln des Naturschutzes bezahlt. Dies gilt auch für das Ernten von Samenmaterial dieser Borstgrasrasen und Bergmähwiesen. Damit es mehr werden.
„Ende der 90er Jahre begann hier in der Rhön ein Bewusstseinswandel, die alten Huteflächen sah man wieder als wertvoll an, der Naturschutz bekam einen höheren Stellenwert“, sagt Stefan Weber. Seit 1997 betreibe er mit seinen Tieren Landschaftspflege, seit Anfang der 2000er Jahre im Vollerwerb. Das und die Ernte von Samenmaterial für den Naturschutz hat den landwirtschaftlichen Familienbetrieb gerettet. „Eigentlich wollte ich nie Landwirt werden, wir hatten ja schon aufgegeben!“, sagt der ehemalige Maurer, der dann doch Landwirt wurde. Mit Liebe, Lust und Leidenschaft.
Wir brechen auf und schauen uns die Flächen an. Der Wanderweg windet sich in Richtung der Wasserkuppe hinauf. Es ist ein Landschaftsmosaik aus kleinen Wäldern, Hecken und Baumreihen, mächtigen, einzelnen Bäumen und den Weideflächen. „Hier haben wir vor ein paar Jahren Fichten gefällt und die Fläche freigeschlagen“, sagt Weber und zeigt auf Flächen, die jetzt wieder Wiesen sind, so wie früher. „Alles erfolgt in Absprache mit dem Naturschutz – wann wir frühestens mähen und wie oft. Hier zum Beispiel nicht vor dem 1. August, damit wir keine Vögel beim Brüten und der Aufzucht stören, und nur einmal. Erst danach lasse ich die Rinder hier drauf, die bleiben dann auf diesen Weiden bis kurz vor Weihnachten. Das Wetter macht ihnen nichts, daran sind sie angepasst, sie kalben sogar hier oben. Ich bin jeden Tag da und schaue nach den Tieren – gleich morgens als Erstes. Das ist doch schön.“
Wir stehen auf einer abgeflachten Flanke, um die 800 Meter hoch, und ein strammer, kalter Wind weht. Der Ausblick ist fantastisch. Wir sehen einen Falken, der im Himmel steht, und kreisende Milane. Auf der Hute unter dem Berg Pferdskopf wachsen Trollblumen, Orchideen, Schlüsselblumen und Silberdisteln – eben weil seine Rinder hier grasen, weil die Flächen offen gehalten werden. „Ich habe hier 15 Kennarten auf meinen Flächen“, sagt Weber. „Hier wird nicht mehr gedüngt“, erklärt er, „nach fünf Jahren kam die Arnika wieder, und Silberdisteln wachsen auf manchen meiner Flächen so, also ob ich sie gesät hätte.“ Vor 30 Jahren galten solche Flächen als vollkommen wertlos, das hat sich gewandelt. Die Pflanzen, von denen Weber berichtet, sind seltene, gewollte Arten. Ein Vogel fliegt auf, war das eine Bekassine? Auch Stefan Weber hat es gesehen: „Ja, das könnte eine Bekassine gewesen sein!“
Zurück von unserem Ausflug, zeigt Stefan Weber noch die hüfthohen Papiersäcke, die in einem Zimmer seines Elternhauses aus dem 16. Jahrhundert stehen. Weber erntet wertvolles Samenmaterial von seinen Bergwiesen. In der Scheune nebenan steht der eBeetle, ein Gefährt groß wie ein Aufsitzrasenmäher, mit dem er über die Flächen fährt und Samen vom Borstgrasrasen und von Bergmähwiesen bürstet, Klappertopf und Johanniskraut zum Beispiel. Das Heu duftet gut, würzig, vielschichtig. 25, 30 Säcke bergen die Bergwiesen und Huteflächen von morgen. Ein kostbarer Schatz, dessen Wert in Geld überhaupt nicht zu ermessen ist. Die Essenz aus einem Vierteljahrhundert gemeinsamem und gezieltem Naturschutz in der Rhön. „Das bekommen die Mitarbeiter vom Biosphärenreservat, die bringen das dann von Hand auf die Flächen.“ Die Zukunft der Rhön.
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