Frauen leiden beinahe doppelt so häufig unter dem so genannten Restless-Legs-Syndrom wie Männer. Außerdem steigt ihr Risiko für die Erkrankung mit jedem Kind weiter an. Das zeigt eine Studie deutscher Mediziner. Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass die Geschlechtshormone bei der Krankheit eine entscheidende Rolle spielen. Über ihre Studie berichten Klaus Berger von der Universität Münster und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine (Bd. 164, S. 196).
Das auch als “Unruhige Beine” bezeichnete Syndrom äußert sich unter anderem durch Kribbeln, ziehende Schmerzen in den Beinen und einen kaum zu unterdrückenden Bewegungsdrang. Bewegung verschafft jedoch nur kurz Linderung. Die unangenehmen Missempfindungen treten vor allem nachts im Schlaf und in längeren Ruhephasen wie einer Bahn- oder Flugreise auf. Da sie meist die Nachtruhe beeinträchtigen, sind häufig Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit die Folge.
Das Team um Berger untersuchte mehr als 4.000 Probanden aus Vorpommern im Alter zwischen 20 und 79 Jahren. Etwa jeder zehnte Teilnehmer litt unter dem Restless-Legs-Syndrom. Frauen waren dabei mit gut 13 Prozent knapp doppelt so häufig betroffen wie Männer mit mehr als 7 Prozent. Mit zunehmendem Alter stieg die Häufigkeit an ? hatten zwischen 20 und 29 Jahren nur knapp 4 Prozent der Untersuchten das Syndrom entwickelt, waren es in der Altergruppe 60 bis 69 Jahre über 16 Prozent.
Außerdem konnten die Mediziner einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Kinder, die eine Frau geboren hatte, und dem Auftreten der Erkrankung feststellen: Frauen ohne Kinder klagten mit der gleichen Häufigkeit wie Männer über die Beschwerden, doch mit jedem Kind stieg das Risiko an. So litten Frauen mit drei oder mehr Kindern in der Altersgruppe bis 59 Jahre mehr als dreimal häufiger unter dem Syndrom. Im höheren Alter war dieser Gegensatz jedoch wieder geringer. Der geringere Einfluss der Kinderzahl bei Frauen in der Menopause untermauert die Theorie, dass die Geschlechtshormone ursächlich an der Erkrankung beteiligt sind.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





