Mit einer außergewöhnlichen Technik haben italienische Ärzte den krebsbefallenen Oberschenkelknochen eines kleinen Mädchens so rekonstruiert, dass er sogar mit dem Wachstum des Kindes mithält. Das berichten die Mediziner in der renommierten britischen Fachzeitschrift The Lancet (Bd. 361, S. 140).
Der obere Teil des Oberschenkelknochens musste 1997 aufgrund eines bösartigen Knochentumors entfernt werden. Das fehlende Stück ersetzten die Chirurgen um Marco Manfrini damals mit einem toten Spenderknochen und einem Stück des Wadenbeins des Mädchens, dem dünneren Knochen des Unterschenkels. Das besondere: Mit dem oberen Teil des Wadenbeins entnahmen die Mediziner auch die Blutgefäße des Unterschenkelknochens. Diese mit Titanplatten fixierte Konstruktion setzten sie ins Hüftgelenk ein und verbanden die Blutgefäße.
Da die Wadenbeingefäße den reparierten Knochen versorgten, wuchs er wie ein ganz normaler Oberschenkelknochen. Der lebende und der tote Knochen verschmolzen und Blutgefäße wanderten in den Spenderknochen ein, der darauf wieder lebendig wurde.
Heute, fünf Jahre nach der Operation, wächst der rekonstruierte Knochen weiterhin mit. Das Mädchen kann laufen, schwimmen, Fahrrad fahren und reiten und hat keinerlei Probleme mit den Gelenken, schreiben die Forscher. Bei gängigen Methoden für Knochenoperationen bei Kindern wird nicht berücksichtigt, dass sie noch wachsen. Die Patienten müssen dann später weitere Operationen oder sogar eine Amputation über sich ergehen lassen.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





