Ein neuartiges Verhütungsmittel soll nicht nur Spermien, sondern auch gefährliche Keime abtöten. Das Vaginalgel haben Wissenschaftler der John Hopkins University in Baltimore und der Firma ReProtect entwickelt. Derzeit laufen, laut einer Pressemitteilung, die Vorbereitungen für klinische Studien an etwa 1000 Frauen.
Das Produkt mir dem Namen “BufferGel” wirkt, indem es das leicht saure Milieu der Vagina aufrecht erhält. Dieses saure Milieu schützt auf natürliche Weise vor Keimen und tötet auch Spermien ab. Die Spermien im Samen des Mannes sind nur deshalb für mehrere Stunden lebensfähig, weil die Samenflüssigkeit basisch ist und somit die Säure der Vagina für einige Zeit zu neutralisieren vermag. In dieser Zeit können auch Erreger von Geschlechtskrankheiten ihr Unwesen treiben, sich in der Schleimhaut einnisten und ungehindert vermehren.
Das Verhütungsmittel der Wissenschaftler um Richard Cone von der John Hopkins Universität und Teilhaber der Firma ReProtect setzt am pH-abhängigen Leben der Spermien an: Hauptkomponente ist ein Polymer, das das saure Klima in der Scheide auch während der Ejakulation aufrecht erhält. Folglich sterben die Spermien und die Keime, die zu Geschlechtskrankheiten führen können, ab.
“BufferGel darf dabei allerdings nicht den nützlichen Bakterien der Schleimhaut schaden, wie dem Lactobacillus”, erklärt Cone weitere Ansprüche an das Verhütungsgel. Auch dürfe es weder schlecht riechen, noch Flecken hinterlassen und natürlich auch nicht das empfindliche Gewebe verletzen. Diesen Anforderungen konnte BufferGel im Tierversuch, so Cone, erfüllen.
Derzeit bereitet man eine klinische Studie an etwa 1000 Frauen vor. Die eine Hälfte soll das neue Produkt, die andere ein herkömmliches Verhütungsgel in Kombination mit einem Diaphragma testen.
Die meisten vergleichbaren Kontrazeptiva auf dem Markt schaffen ein basisches Klima und können damit unter Umständen Geschlechtskrankheiten wie Herpes und Syphilis fördern. Inwieweit das neue Verhütungsgel tatsächlich diese gefährlichen Keime abtöten kann, muss sich jedoch erst noch herausstellen.
Susanne Donner





