Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
ReFuels könnten fossile Kraftstoffe in Europa komplett ersetzen
Erde & Umwelt

ReFuels könnten fossile Kraftstoffe in Europa komplett ersetzen

Aus verschiedenen Reststoffen hergestellte biogene Kraftstoffe könnten Verbrennungsmotoren von Fahrzeugen aller Art antreiben. · Foto: Markus Breig, Amadeus Bramsiepe/ KIT

Millionen Autos, Lkw und Lieferwagen sind täglich auf Europas Straßen unterwegs – fast alle noch immer mit Benzin oder Diesel im Tank. Wie können wir den Verkehr in Zukunft klimafreundlicher gestalten? Genau hier könnte ein bislang unterschätzter Rohstoff eine entscheidende Rolle spielen: Reststoffe aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bioabfällen. Aus diesen lassen sich einer neuen Studie zufolge genug biogene Kraftstoffe erzeugen, um alle Fahrzeuge auf Europas Straßen fossilfrei anzutreiben.
Autor
Carolin Malmendier
25. März 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Der Verkehrssektor zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasen. Zwar gewinnt die Elektromobilität weltweit und auch in Europa an Bedeutung, doch ein großer Teil der Fahrzeuge wird noch mit Verbrennermotoren betrieben – und das könnte auch noch länger so bleiben. Um den Verkehr dennoch klimaneutral zu machen, braucht es daher nachhaltigere Kraftstoff-Alternativen zu fossilem Benzin und Diesel.

Alternativen zu fossilen Kraftstoffen

Welche Alternativen das sein könnten, hat ein Forschungsteam um Olaf Toedter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) untersucht. In ihrer Studie analysierten die Forschenden, welche Mengen biogener Rohstoffe – also pflanzliche Reststoffe, Holzreste oder Bioabfälle – in Europa vorhanden sind, wie sie sich technisch zu erneuerbaren Kraftstoffen umwandeln lassen und welchen Kraftstoffbedarf der Straßenverkehr künftig haben wird.

Dabei nahmen die Forschenden auch verschiedene Herstellungsverfahren in den Blick. Eine Möglichkeit ist das sogenannte „Hydrotreated Vegetable Oil“-Verfahren (HVO), bei dem ölhaltige Reststoffe zu einem Dieselersatz aufbereitet werden. Daneben untersuchten sie methanolbasierte Prozesse: Hier werden Pflanzenreste zunächst in ein Gas umgewandelt, das anschließend zu Benzin- oder Dieselersatz weiterverarbeitet wird.

Vom Reststoff zum Kraftstoff

Das Ergebnis der Studie ist grundsätzlich positiv: Europa könnte seinen gesamten Kraftstoffbedarf für den Straßenverkehr bis zum Jahr 2040 aus erneuerbaren Quellen decken – bis 2030 bereits mehr als zur Hälfte. „Angesichts der aktuellen Unsicherheiten auf den internationalen Energiemärkten ist das eine gute Nachricht. Wenn wir Rest- und Abfallstoffe effizient nutzen, können wir den Straßenverkehr unabhängiger von Energieimporten machen und gleichzeitig CO₂-Emissionen senken“, sagt Thomas Hirth, Senior-Autor der Studie.

Als Rohstoffe für die biogenen Kraftstoffe könnten insbesondere große Mengen an Rest- und Abfallstoffen genutzt werden, zum Beispiel Stroh aus der Landwirtschaft, Holzreste aus der Forstwirtschaft oder biogene Abfälle. Hinzu kommen Zwischenfrüchte sowie Energiepflanzen, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Rohstoffbasis stabil bleibt und nicht von einem einzelnen Stoff abhängt: „Viele glauben, dass Alt-Speiseöl die zentrale Quelle für erneuerbare Kraftstoffe ist. Tatsächlich macht es nur etwa ein Prozent des Rohstoffportfolios aus“, sagt Senior-Autor Thomas Koch. „Die wirklich großen Potenziale liegen beispielsweise in Pflanzenresten und Holzfasern. Diese Stoffe fallen ohnehin an – und können ausreichend klimafreundliche Kraftstoffe liefern.“

Das HVO-Verfahren ist zudem vielfältig einsetzbar. „Mit diesen Verfahren können wir aus sehr unterschiedlichen Reststoffen hochwertige Kraftstoffe herstellen“, sagt Toedters Kollege Nicolaus Dahmen. „Das ist wichtig, weil Europa über eine breite Palette an Biomassen verfügt. Die Technologien funktionieren auch dann, wenn der Rohstoffmix sich ändert.“ Während es HVO schon an der Zapfsäule gibt, sind Kraftstoffe aus anderen Verfahren noch in der Entwicklung. Sie werden am KIT bereits hergestellt und in Autos getestet. Mit den erprobten Verfahren lassen sich auch große Mengen Kraftstoff erzeugen. Die Studie zeigt außerdem: Wenn zusätzlich Wasserstoff zugeführt wird, steigt die Ausbeute nochmals deutlich.

Es braucht Unterstützung aus der Politik

Einschränkend weisen Toedter und seine Kollegen aber darauf hin, dass ihre Analyse auf einem optimistischen Szenario beruht, das sich an den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommen orientiert und dessen Voraussetzungen politisch und gesellschaftlich erst noch geschaffen werden müssen. Damit erneuerbare Kraftstoffe den Straßenverkehr tatsächlich ersetzen können, braucht es laut Studie demnach verlässliche politische Vorgaben, Investitionen und einen schnellen Ausbau der Produktionskapazitäten. Kurzfristig könnten auch Importe eine Rolle spielen. Spätestens 2040 wäre dann eine weitgehend eigenständige Versorgung Europas möglich.

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Fachartikel: KITopen, 2026. doi: 10.5445/IR/1000191584

Biogenen Kraftstoffe

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Der Mensch war nicht immer schlecht für die Artenvielfalt – im Gegenteil
Erde & Umwelt

Der Mensch war nicht immer schlecht für die Artenvielfalt – im Gegenteil

17. Juli 2026

Die Landwirtschaft gilt heute als Bedrohung für die Artenvielfalt. Doch das war nicht immer so. Jahrtausendelang hat der Mensch die Pflanzenvielfalt dadurch…

Überlebenstrick der Braunbären steckt im Kiefer
Erde & Umwelt

Überlebenstrick der Braunbären steckt im Kiefer

10. Juli 2026

Braunbären haben als echte Anpassungskünstler mehrere Eiszeiten überlebt. Eine 3D-Analyse zeigt nun den Grund dafür - er steckt im Unterkiefer.

Die Amphibienarche
natur PlusErde & Umwelt

Die Amphibienarche

9. Juli 2026

In einer Amphibienstation im Kreis Höxter (NRW) werden Kröten, Unken und Frösche gezüchtet. Die bedrohten Arten sollen in renaturierten Flusslandschaften neue…

Aus Alt mach Neu: Retrofitting macht Dieselbusse zu E-Bussen
Erde & Umwelt

Aus Alt mach Neu: Retrofitting macht Dieselbusse zu E-Bussen

8. Juli 2026

Die Verkehrswende ist eine Voraussetzung für die Klimaneutralität. Eine Studie zeigt, wie Dieselbusse klimafreundlich auf Elektroantrieb umgerüstet werden…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite