Warum Korallen ausgerechnet in einer nährstoffarmen Umgebung als üppige Riffe gedeihen, haben amerikanische und australische Meeresbiologen nun herausgefunden: Die Hohltiere können dort überleben, weil sie mit ihrer rauen Oberflächenstruktur die wenigen Nähstoffe aus dem Wasser regelrecht aufsaugen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 21. September, S. 17). Das rätselhafte Phänomen war als “Darwins Paradoxon” bekannt.
Felsen, Riffe oder Muschelbänke sind normalerweise mit einem “Mantel” aus ruhigem Wasser umgeben, der sie vor Wellen, Verwirbelungen und starken Strömungen schützt. Diese Schicht brechen Korallen jedoch auf: Mit ihren rauen Enden vergrößern sie die Wirkung der Wasserwirbel und nehmen so die wenigen Nährstoffe auf.
Marlin Atkinson vom Institut für Meeresbiologie auf Hawaii, USA, und Cliff Hearn von der Universität in Canberra, Australien, entdeckten bei ihren Versuchen auch, dass es Korallen wild mögen: Bei starkem Seegang ist die Nährstoffzufuhr besonders groß.
ddp/bdw – Carolin Muck





