Die Kreidezeit endete mit einem Paukenschlag: Noch heute zeichnen sich im Bereich der mexikanischen Halbinsel Yucatan die Spuren des Asteroiden ab, der Datierungen zufolge vor etwa 66 Millionen Jahren in die Erde krachte. Man geht davon aus, dass die kosmische Bombe neben Feuerstürmen und gigantischen Tsunamis auch dichte Aschewolken in der Atmosphäre verursachte. Vermutlich war eine starke Verdunklung die Folge, die sich wohl erst im Laufe von Jahren lichtete. In den paläontologischen Funden aus der Zeit des Einschlags zeichnet sich deutlich ab, dass das Inferno mit einem verheerenden Massenaussterben verbunden war: Die Dinosaurier waren die berühmtesten Opfer, doch mit ihnen verschwand auch ein Großteil aller anderen Lebewesen – an Land und im Meer.
Wichtige Winzlinge im Visier
Klar ist allerdings auch: Es kam nicht zu einer vollständigen Vernichtung. Irgendwie schafften es einige Lebewesen, das Inferno zu überleben. Aus ihnen entwickelten sich anschließend die heutigen Tier- und Pflanzenarten. Die aktuelle Studie richtet nun allerdings einmal den Fokus auf das Überleben von Winzlingen. Die Forscher um Samantha Gibbs von der University of Southampton sind der Frage nachgegangen, wie die einzelligen Algen (Nannoplankton) der Meere mit den Folgen des Einschlags zurechtgekommen sind. Wie sie betonen, besaßen diese Winzlinge damals wie heute eine große Bedeutung, denn die marinen Algen bilden eine wichtige Grundlage der Nahrungsketten.
Im Rahmen ihrer Studie beschäftigten sich die Forscher mit einer Gruppe dieser Lebewesen, deren Zellkörper von einer Kugel aus Calciumcarbonat-Plättchen umschlossen ist. Diese winzigen „Skelette“ (Coccosphären) konnten in einigen Fällen die Jahrmillionen überdauern. Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher nun die Mikrofossilien dieser Algen von verschieden Fundorten und aus verschiedenen Zeiten untersucht und mit heute lebenden Vertretern verglichen. Die meisten heutigen Arten dieser Winzlinge sind photoautotroph. Das heißt, sie ernähren sich nur über die Erzeugung von energiereichen Substanzen aus der Nutzung von Licht. Es gibt allerdings auch Vertreter, die zusätzlich zur Photosynthese Bakterien erbeuten, um sich eine weitere Nahrungsquelle zu sichern – sie werden als mixotroph bezeichnet.
Die Forscher konnten nun zeigen: Vor dem Asteroideneinschlag besaßen die Algen in den Ozeanen Merkmale, die mit einer rein photoautotrophen Lebensweise verbunden sind. Bei den Nannoplankton-Skeletten der Vertreter der Algen aus der Zeit nach der Katastrophe stellten die Forscher dann allerdings markante Löcher in den Kugelstrukturen fest. Wie sie erklären, ist dies für die räuberischen Arten der einzelligen Algen typisch. Denn in den Löchern sitzen Flagellen, die der Fortbewegung – aber auch der Nahrungsaufnahme -dienen: Mit ihnen erhaschen die Einzeller Bakterien in ihrer Umwelt und verleiben sie sich ein.





