Dem Virologen Michael Schindler vom Universitätsklinikum Ulm ist der „Paul Ehrlich und Ludwig Darm- staedter Nachwuchspreis” verliehen worden. Das Preisgeld der höchstdotierten deutschen Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler beträgt 60 000 Euro und ist forschungsgebunden. Die Jury würdigte die Arbeiten des 28-Jährigen über Aids.
Die Immunschwächekrankheit entwickelte sich, als HI-Viren von Affen auf Menschen übersprangen und sich dabei veränderten. Schindler wollte herausfinden, warum rund 40 Affenarten im Gegensatz zum Menschen gesund bleiben, wenn sie mit ihren spezifischen HI-Viren infiziert sind – ein Rätsel, das Forscher seit Jahren zu lösen versuchen. Wie Schindler entdeckte, liegt die Erklärung beim Nef-Protein des HI-Virus, das der Erreger für seine Vermehrung benötigt. Bei 14 Primatenarten stellte Schindler fest: Das Nef-Protein verhindert, dass die T-Zellen des äffischen Immunsystems aktiviert werden und schließlich sterben, weil es einen bestimmten Rezeptor von der Oberfläche des Virus entfernt. Das menschliche Nef hat diese Funktion verloren. „Die Menschheit hat ihr Aids-Problem durch einen Unfall der Evolution”, sagt Schindler.
Seine Erkenntnisse zerstören leider auch die Hoffnung, im Körper von Affen einen Mechanismus zu finden, der sich für die Aids-Therapie nutzen ließe.





