Wie nimmt der Mensch Einfluss auf seinen Planeten – und wie hängt sein Leben umgekehrt von dem Geschehen auf der Erde ab? Um das zu verstehen, zieht Tim Flannery viele wissenschaftliche Disziplinen zu Rate. Er wirft einen Blick auf Genetik und Geologie, Psychologie und Ökonomie, Ökologie und Informatik. Das Buch des australischen Zoologen, Umweltschützers und Bestseller-Autors, Filmemachers und staatlich bestellten Klimawächters ist im Stil eines frei gehaltenen Vortrags geschrieben und dadurch leicht zu lesen. Seine Argumentation wirkt überzeugend.
Die Erde ist für Flannery ein Organismus mit vielen Bestandteilen, die alle ineinander greifen und ein Gleichgewicht anstreben. Flannery spricht von „Koevolution”. Für die Balance sorgen die Teile selbst mithilfe vieler Rückkopplungsmechanismen. Der Mensch ist nur ein Rädchen in diesem Getriebe – allerdings ausgestattet mit etwas Einzigartigem: dem Verstand. Das ist nicht immer zum Vorteil. Der Mensch hat sich zum Herrn über die Natur aufgeschwungen und dabei viel Schaden angerichtet.
Doch Flannery ist optimistisch: Wenn der Mensch den Organismus Erde erst einmal gründlich verstanden hat, kann er selbst für die überlebenswichtige Balance sorgen und damit seine Fehler wieder ausbügeln, ist er überzeugt. Bleibt nur zu hoffen, dass er das auch tut. Klaus Jacob
Tim Flannery AUF GEDEIH UND VERDERB S. Fischer, Frankfurt/Main 2011 365 S., € 22,95 ISBN 978–3–10–021114–9





