Eine Therapie mit Radiowellen gegen Sodbrennen könnte viele Patienten für immer von ihren Beschwerden befreien und zugleich die bisherige langwierige Behandlung mit Medikamenten ablösen oder zumindest verkürzen. Das zeigen Untersuchungen der Medizinischen Hochschule Hannover sowie eine Studie in Nordamerika.
Bislang entsprechen die Ergebnisse des Teams von Peter Meier aus Hannover denen der amerikanischen Kollegen. Die meisten Patienten benötigen lediglich eine Behandlung, um dauerhaft vom Sodbrennen befreit zu sein. In der amerikanischen Untersuchung waren 87 Prozent der Testpersonen nach der Radiowellenbehandlung symptomfrei.
Derzeit läuft die europaweite Langzeitstudie noch, bei der die Medizinische Hochschule Hannover nur ein beteiligtes Zentrum ist. Den Testpersonen wird dabei ein Schlauch in die Speiseröhre geschoben, an dessen Ende sich ein aufblasbarer Ballon befindet. Dieser wird am Übergang von der Speiseröhre in den Magen aufgepumpt, so dass er an der Gewebewand anliegt. Danach fahren vier kleinen Nadeln aus, die Radiowellen auf das Gewebe übertragen, das dadurch leicht erwärmt wird. Die Radiowellen regen die Speiseröhrenwand an, neues Bindegewebe zu bilden. Auch Nervenenden sollen so stillgelegt werden, die das Sodbrennen mit verursachen können.
Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Ein Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen verhindert dies normalerweise. Bisher werden die Beschwerden mit Medikamenten behandelt, die die Bildung der Magensäure senken und so verhindern, dass die Säure in die Speiseröhre gelangt. Meist muss der Patient jedoch für lange Zeit, wenn nicht sogar für immer, die Substanzen einnehmen. Mit der Radiofrequenztherapie wird das Übel dagegen an der Wurzel gepackt: Der Verschlussmechanismus am Durchgang vom Magen in die Speiseröhre wird wiederhergestellt, so dass keine Säure mehr in die Speiseröhre gelangen kann.
Susanne Donner





