Die Einführung einer vollständig rauchfreien Gastronomie führt zu einer Verringerung der Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Beschäftigten der Gastronomie, die durch Passivrauchen ausgelöst werden, wie zahlreiche internationale Studien belegen. So zeigen sich insbesondere bei nichtrauchenden Mitarbeitern signifikante Verbesserungen von Atemwegsbeschwerden sowie eine Verbesserung der Lungenfunktion.
Gastronomiemitarbeiter werden durch die Ausnahmeregelungen für kleine Kneipen und die Möglichkeit für größere Gastronomiebetriebe, Raucherräume einzurichten, zu Beschäftigten zweiter Klasse. Denn in allen anderen Betrieben ist das Rauchen schon lange vollständig verboten und deren Mitarbeiter sind uneingeschränkt vor den Gesundheitsgefahren des Tabakrauchs geschützt. Auch die Gesundheit der Gäste leidet in einer nur eingeschränkt rauchfreien Gastronomie. “Nichtraucherschutz ist Verbraucherschutz, der von der Bevölkerung gewünscht wird”, sagt Dr. Stefan Etgeton, Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Ernährung beim Verbraucherzentrale Bundesverband. “In Deutschland sprechen sich über 70 Prozent der Bevölkerung für Rauchverbote in Gaststätten aus.”
Der Report zeigt, dass auch die Raucher mit den Rauchverboten positive Erfahrungen machen, so dass zwei Drittel der Gelegenheitsraucher und sogar 41 Prozent der regelmäßigen Raucher sich für rauchfreie Gaststätten aussprechen.
Rauchern helfen die Rauchverbote zudem dabei, den Zigarettenkonsum zu reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Und seit in der Öffentlichkeit weniger geraucht werden darf, lassen auch immer weniger Raucher das Rauchen in den eigenen vier Wänden zu: Vor Einführung der Nichtraucherschutzgesetze im Jahr 2007 hatten 30 Prozent der Raucher ein vollständig rauchfreies Zuhause, im Jahr 2009 waren es bereits 41 Prozent. Bedeutendster Einflussfaktor auf das Rauchen zu Hause ist die Anwesenheit von kleinen Kindern. Im Jahr 2009 hatten beispielsweise 69 Prozent der Raucher mit einem Kind unter 5 Jahren zu Hause ein vollständiges Rauchverbot, vor Einführung der Nichtraucherschutzgesetze waren es nur 54 Prozent.
Doch die Nichtraucherschutzgesetze könnten eine noch viel weiter reichende Wirkung haben und eine noch größere Zustimmung erfahren. Denn Ausnahmeregelungen wie das Zulassen von Raucherräumen oder Raucherkneipen verhindern einen vollständigen Nichtraucherschutz und die unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer führen zu Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen in der Branche. Die internationalen und die deutschen Erfahrungen zeigen, dass entgegen Prognosen von Branchen- und Wirtschaftsverbänden selbst infolge von umfassenden Rauchverboten weder drastische Umsatzeinbußen noch massive Arbeitsplatzverluste zu erwarten sind.





