Havermans leitet als Meeresbiologin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven eine Arbeitsgruppe, die sich ganz der Biologie der Quallen widmet, vor allem der arktischen Quallen. Alle paar Monate ist sie mit einem Schiff im Norden unterwegs oder zu Gast in der internationalen Forschungsstation in Ny-Ålesund. „Quallen sind bis heute kaum erforscht, besonders die arktischen Arten. Es gibt so viel Unbekanntes zu entdecken – immer wieder auch neue Arten. Und das macht die Arbeit so spannend.“ Der fundamentale Mangel an Wissen, so Havermans, habe dazu geführt, dass Quallen heute ein ausgesprochen schlechtes Image haben. Und zwar nicht nur bei Sommerurlaubern, die sich ärgern, wenn ihnen Feuerquallen den Badespaß verderben, sondern auch bei Fischern und Wissenschaftlern. Manchmal vermehren sich Quallen massenhaft. Die Wurzelmundquallen zum Beispiel, die einem Blumenkohl mit Hut ähneln, bilden riesige Schwärme, die viele Schwimmbäder füllen würden. Einen halben Zentner kann eine Wurzelmundqualle wiegen. Fischer fluchen, wenn ein solcher Schwarm ins Fanggeschirr treibt und das Netz zerreißt.





