Einen genetischen Faktor, der für ein gutes Gedächtnis verantwortlich ist, haben Forscher um Dominique de Quervain von der Universität Basel entdeckt: Träger einer bestimmten Variante des Gens „PKC alpha” können sich besser an gelernte Informationen erinnern, und zwar sowohl mit sachlichen als auch mit emotionalen Inhalten. An der Studie haben über 1000 Probanden teilgenommen.
Allerdings stellten die Wissenschaftler fest, dass die Gen-Variante nicht nur positive Auswirkungen hat. Sie erhöht auch deutlich das Risiko eines psychischen Traumas nach schrecklichen Erlebnissen wie im Krieg oder bei einer Vergewaltigung. Zu diesem Schluss kam das Team, als es rund 350 Überlebende des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994 untersuchte. Es zeigte sich, dass die Trägermit der Gen-Variante für ein gutes Gedächtnis mehr von Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse gequält wurden und signifikant häufiger an PTSD, einer posttraumatischen Belastungsstörung, litten.
Die Studie zeigt laut de Quervain erstmals einen genetischen Zusammenhang zwischen dem Gedächtnis und dem Risiko einer PTSD. Die Forscher meinen, dass ein Gen-Test helfen könnte, posttraumatische Probleme zu erkennen und zu therapieren.





